Aktuell · 15.07.2026 14:45
Livret A: Zinssatz soll am 1. August auf 1,7 Prozent steigen
Der Zinssatz des französischen Sparbuchs Livret A soll zum 1. August 2026 von 1,5 auf 1,7 Prozent steigen. Für Sparer bleiben vor allem die tägliche Verfügbarkeit des Geldes, die staatliche Absicherung und die Steuerfreiheit…
Paris – 15.07.2026: Der Zinssatz des Livret A soll zum 1. August 2026 von 1,5 auf 1,7 Prozent steigen. Wirtschaftsminister Roland Lescure kündigte die Anhebung des populärsten regulierten Sparprodukts Frankreichs an. Die Erhöhung würde die erste Zinsanhebung seit Anfang 2023 bedeuten, nachdem der Satz zuletzt zum 1. Februar 2026 gesenkt worden war.
Für Inhaber des Livret A erhöht sich damit die jährliche Verzinsung um 0,2 Prozentpunkte. Wer den maximal möglichen Betrag von 22.950 Euro während eines ganzen Jahres auf dem Konto hält, erhielte rechnerisch rund 45,90 Euro mehr Zinsen als bei einem Satz von 1,5 Prozent. Die tatsächliche Gutschrift hängt jedoch vom jeweiligen Kontostand und den Zeitpunkten der Ein- und Auszahlungen ab.
Die Zinsen des Livret A bleiben von Einkommensteuer und Sozialabgaben befreit. Das eingezahlte Kapital ist staatlich abgesichert, und das Guthaben kann grundsätzlich jederzeit verfügbar gemacht werden. Diese Kombination aus Sicherheit, Liquidität und Steuerfreiheit unterscheidet das Konto von vielen anderen Anlageformen, deren Rendite oder Verfügbarkeit stärker von Marktbedingungen und Vertragslaufzeiten abhängen kann.
Die Berechnung der Zinsen erfolgt nach dem französischen System der halben Monate. Einzahlungen bis einschließlich zum 15. eines Monats werden ab dem 16. verzinst. Bei Einzahlungen ab dem 16. beginnt die Verzinsung erst am ersten Tag des Folgemonats. Bei Abhebungen gilt die umgekehrte Logik. Für Sparer kann daher der genaue Zeitpunkt einer Überweisung Einfluss auf den Ertrag haben.
Der Zinssatz des Livret A wird in Frankreich regelmäßig anhand einer gesetzlichen Formel geprüft. Dabei spielen die Inflation ohne Tabakprodukte und kurzfristige Geldmarktzinsen eine Rolle. Die Französische Zentralbank berechnet den daraus hervorgehenden Wert und gibt eine Empfehlung ab; die endgültige Festsetzung erfolgt durch das Wirtschaftsministerium.
Mit der angekündigten Anhebung steigt zugleich der Satz des nachhaltigen Entwicklungs- und Solidaritätssparbuchs LDDS, da dessen Verzinsung an das Livret A gekoppelt ist. Für das Livret A selbst bleibt die Einzahlungsgrenze unverändert bei 22.950 Euro; bereits gutgeschriebene Zinsen dürfen diesen Betrag überschreiten und werden dem Guthaben zugerechnet.
Die angekündigte Anpassung verbessert den Ertrag auf kurzfristig verfügbare Rücklagen, ersetzt aber keine individuelle Anlageentscheidung. Das Livret A eignet sich vor allem für finanziellen Spielraum und Notreserven. Wer Geld über einen längeren Zeitraum nicht benötigt, sollte Rendite, Risiko, Gebühren, steuerliche Folgen und die persönliche finanzielle Situation vor einer Entscheidung getrennt prüfen.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Zentralbank
- Französisches Wirtschaftsministerium
- Französischer Verwaltungsservice