Lockdown: 60% der Franzosen haben gegen die Regeln verstossen

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60% der Franzosen geben in einer Umfrage zu, dass sie seit der Einführung des zweiten Lockdowns Ende Oktober mindestens einmal gegen die Regeln verstoßen haben.

Mehr als die Hälfte der Franzosen hat mindestens einmal gegen die Regeln des Lockdowns verstoßen, indem sie die Ausgangsbescheinigung zu anderen als den angegebenen Zwecken verwendet haben oder indem sie Familie oder Freunde zu Hause empfangen haben, so das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage. Seit dem 30. Oktober, dem Tag der Ankündigung des zweiten Lockdowns, der zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie eingerichtet wurde, haben 60% der Befragten mindestens einmal gegen die Regeln verstossen, wie aus dieser vom Ifop für consolab durchgeführten Umfrage hervorgeht. Das sind 27 Punkte mehr als in den ersten sechs Wochen des ersten Lockdowns.

24% der Franzosen benutzten die Ausgangsbescheinigung aus anderen als den angegebenen Gründen, überschritten die erlaubte Zeit von einer Stunde für sportliche Betätigungen (17%), besuchten Familienmitglieder in der Wohnung des anderen (23%, d.h. 8 Punkte mehr als im Frühjahr) oder Freunde (20%). Und 9 % der Befragten brachen die Regeln, um einen Sexualpartner – oder potenziellen Partner – zu finden – 3 Punkte mehr als bei dem ersten Lockdown.

Laut François Kraus, Direktor der Ifop-Abteilung Politik und Nachrichten, ist es klar, dass “der Respekt weniger streng und die Angst um die Gesundheit weniger stark ausgeprägt ist, insbesondere bei jungen Menschen”. Er weist darauf hin, dass es einen echten Unterschied zwischen jungen und weniger jungen Menschen gibt. “Dieses Gefühl der Unverwundbarkeit bei einigen jungen Menschen, insbesondere bei allein lebenden, bedeutet, dass sie Lockerungen der Regeln nutzen werden, um eine Art von Geselligkeit aufrechtzuerhalten”.

Dieser zweite Lockdown wirkt sich aber auch stärker auf die Moral der Franzosen aus: Während im November 2019 noch 16% der Franzosen sagten, sie hätten eine “schlechte Moral”, ist diese Zahl heute auf 28% angestiegen. Zum Zeitpunkt des ersten Lockdowns lag sie bei 20%.

38% der Franzosen haben Schlafstörungen
Auch der Schlaf ist ein Opfer des neuen Lockdowns: 38% der Befragten geben an, Schlafprobleme zu haben – eine Zahl, die bei Frauen sogar bei 44% liegt. Diese psychologische Dimension lässt sich, so François Kraus, durch die Unsicherheit erklären, die über die Dauer dieser Situation herrscht, “denn es wird angenommen, dass sie vielleicht die Feierlichkeiten und die Wiedersehensfeiern am Ende des Jahres verändern könnte”. Verstärkt wird dies aber auch durch die Jahreszeit, die der saisonalen Depressionen förderlich ist.

Insgesamt 52% der Befragten geben an, dass sie seit der Wiedereinführung des Lockdowns ein stärkeres Gefühl der Trauer empfinden.

Online-Umfrage bei einer repräsentativen Stichprobe von 2030 Franzosen ab 18 Jahren.


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