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Alle Artikel · 09.02.2025 11:14

Loire-Atlantique: 141 Bürgermeister fordern dringende Maßnahmen zum Schutz des Trinkwassers

Die Wasserqualität in der Loire-Atlantique steht auf dem Spiel. Angesichts zunehmender Verschmutzung haben sich 141 gewählte Vertreter des Départements zusammengetan, um ein entschiedenes Umdenken zu fordern: Sie verlangen ein gesetzliches Verbot von Pflanzenschutzmitteln in...

Die Wasserqualität in der Loire-Atlantique steht auf dem Spiel. Angesichts zunehmender Verschmutzung haben sich 141 gewählte Vertreter des Départements zusammengetan, um ein entschiedenes Umdenken zu fordern: Sie verlangen ein gesetzliches Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Wassereinzugsgebieten.

Ein dringender Appell für sauberes Wasser

Die Unterzeichner des Manifests, darunter Mitglieder des Wasserversorgungsverbands Atlantic’eau, schlagen Alarm. Sie prangern die stetig wachsende Zahl an Schadstoffrückständen in den Wasserfassungen an. Pestizide, Nitrate und andere Schadstoffe sind in besorgniserregenden Mengen nachweisbar.

„Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass die Qualität des Wassers direkte Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Bürger hat“, betont Sandrine Josso, Abgeordnete des MoDem und eine der Initiatorinnen des Manifests.

Von den 17 Trinkwasserquellen des Départements gelten sieben als „prioritär“, da sie besonders belastet sind. Die Bürgermeister fordern dringend wirksamere Maßnahmen.

Erschreckende Messergebnisse

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • In Machecoul-Saint-Même wurden 33 verschiedene Schadstoffmoleküle gefunden, die selbst durch die Wasseraufbereitung nicht entfernt werden konnten.
  • In Nort-sur-Erdre übersteigt der Nitratgehalt mit mehr als 50 mg/l den gesetzlichen Grenzwert.

Besonders problematisch sind Nitrate und Pestizide, darunter das als krebserregend eingestufte S-Metolachlor sowie Chlorothalonil. Beide Stoffe stehen im Verdacht, die Gesundheit erheblich zu gefährden.

Das Manifest warnt auch vor weiteren Risiken: Parkinson-Krankheit, hormonelle Störungen und sogenannte "Cocktaileffekte", also die noch wenig erforschten Wechselwirkungen mehrerer Schadstoffe.

Ein Umdenken in der Landwirtschaft gefordert

Die Bürgermeister fordern nicht nur ein generelles Verbot von Mikroverunreinigungen – egal ob aus landwirtschaftlichen, industriellen oder kommunalen Quellen. Sie setzen sich auch für den Vorsorge- und Präventionsgrundsatz ein.

„Mit dem Wissen, das wir heute über Pestizide haben, müssen wir handeln. Es ist ein grundlegendes Recht der Bürger, sauberes Wasser zu haben“, sagt Yves Dauvé, Bürgermeister von Nort-sur-Erdre.

Gleichzeitig betonen die Unterzeichner, dass es nicht darum geht, Landwirte an den Pranger zu stellen. Viele von ihnen seien sich der Problematik bewusst, hätten aber Schwierigkeiten, auf umweltfreundlichere Methoden umzusteigen.

Geld in Prävention statt in Wasseraufbereitung stecken

Statt Millionenbeträge in die Reinigung des Wassers zu investieren, sollten diese Mittel lieber in die Umstellung der Landwirtschaft fließen. Dies würde Landwirten ermöglichen, umweltfreundlichere Praktiken umzusetzen – ein Ansatz, den die Gemeinde Machecoul-Saint-Même bereits verfolgt.

„Der Dialog mit der Landwirtschaft ist entscheidend. Wir müssen gemeinsam eine Lösung finden, die sowohl den Schutz der Umwelt als auch die wirtschaftlichen Realitäten der Landwirte berücksichtigt“, erklärt Françoise Brisson, stellvertretende Bürgermeisterin von Machecoul-Saint-Même.

Die 141 Bürgermeister setzen mit ihrem Manifest ein klares Zeichen: Der Schutz des Trinkwassers kann nicht länger aufgeschoben werden. Die Politik muss handeln – bevor es zu spät ist.

Von C. Hatty

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