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Alle Artikel · 18.03.2025 07:54

Macron in Luxeuil: Ein Zeichen für Frankreichs militärische Zukunft

Frankreich rüstet auf – und Emmanuel Macron setzt ein klares Signal. Am Dienstag, den 18. März, besucht der französische Präsident die Luftwaffenbasis 116 „Lieutenant-Colonel Papin“ in Luxeuil-les-Bains, Haute-Saône. Die Basis könnte eine zentrale Rolle...

Frankreich rüstet auf – und Emmanuel Macron setzt ein klares Signal. Am Dienstag, den 18. März, besucht der französische Präsident die Luftwaffenbasis 116 „Lieutenant-Colonel Papin“ in Luxeuil-les-Bains, Haute-Saône. Die Basis könnte eine zentrale Rolle in der Verteidigungsstrategie Frankreichs und der NATO übernehmen – möglicherweise sogar mit nuklearer Dimension.

Ein Besuch mit geopolitischer Brisanz

Der internationale Kontext ist angespannt. Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben die Sicherheitslage in Europa grundlegend verändert. Frankreich positioniert sich zunehmend als eigenständige Militärmacht innerhalb der NATO – unabhängig von den USA, aber in enger Zusammenarbeit mit europäischen Partnern.

Macrons Besuch soll die Bedeutung der Luftwaffenbasis in Luxeuil unterstreichen. Schon am Samstag ließ sein Kabinett verlauten, dass der Präsident damit das „Schlüsselelement dieser Basis für die kollektive Verteidigung und regionale Sicherheit“ hervorheben wolle.

Doch was bedeutet das konkret? Die Luftwaffenbasis 116, die 2010 beinahe geschlossen worden wäre, steht vor einer Transformation. Neue Waffensysteme, zusätzliche Truppen und – womöglich – eine Rückkehr der nuklearen Abschreckung.

Neue Kampfflugzeuge und nukleare Abschreckung

Macron hält an einem bereits im Juni 2024 angekündigten Plan fest: Bis 2034 sollen rund 40 hochmoderne Rafale-Kampfjets in Luxeuil stationiert werden. Diese Maschinen sind nicht nur schneller und leistungsfähiger als die alten Mirage 2000-5, die bis 2028 ausgemustert werden, sondern können auch nukleare Sprengköpfe transportieren.

„Die Ukraine-Krise hat alles verändert“, erklärt Cédric Perrin, Senator des Territoire de Belfort und Vorsitzender der Verteidigungskommission im französischen Senat. Zwei neue nukleare Kampfstaffeln sollen auf der Basis entstehen. Die ersten Rafale-Jets werden 2032 eintreffen, das erste Geschwader 2033 einsatzbereit sein, das zweite 2036.

Sollte die Luftwaffenbasis 116 tatsächlich wieder eine nukleare Rolle übernehmen, würde sie sich in eine Reihe mit den drei bestehenden französischen Atomstützpunkten – Istres, Saint-Dizier und Avord – einfügen. Ein gewaltiger Schritt, der die strategische Bedeutung der Region enorm steigern würde.

Ein wirtschaftlicher Schub für die Region

Die geplante Aufrüstung bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Region. Derzeit arbeiten rund 1.200 Zivilisten und Militärangehörige in Luxeuil. Bis 2034 sollen 800 neue Stellen entstehen.

Doch damit nicht genug: Der Ausbau der Basis erfordert massive Investitionen. Hunderte Millionen Euro sind eingeplant – und diese Summe könnte auf 900 Millionen Euro anwachsen, falls Luxeuil tatsächlich eine nukleare Funktion erhält.

„Das bedeutet nicht nur, dass mehr Unternehmen in die Region kommen, sondern auch, dass sie hier investieren, Materialien kaufen und ihre Angestellten über Monate oder sogar Jahre vor Ort unterbringen werden“, erklärt Frédéric Burghard, Bürgermeister von Luxeuil-les-Bains. Eine wirtschaftliche Belebung, die weit über den Militärsektor hinausreichen dürfte.

Verteidigungsbudget auf Rekordniveau

Frankreichs Militärhaushalt wächst seit 2018 kontinuierlich – und das aus gutem Grund. Steigende geopolitische Spannungen und neue Bedrohungen zwingen das Land, seine Verteidigungsstrategie anzupassen.

Derzeit investiert Frankreich über 50 Milliarden Euro pro Jahr in seine Streitkräfte. Bis 2030 könnte dieser Betrag auf nahezu 100 Milliarden Euro ansteigen, wie Verteidigungsminister Sébastien Lecornu vor Kurzem prognostizierte.

Macrons Besuch in Luxeuil ist also weit mehr als eine symbolische Geste. Er zeigt, dass Frankreich bereit ist, seine Verteidigungsfähigkeit massiv auszubauen – sowohl zur Sicherung der eigenen Grenzen als auch im Rahmen der NATO.

Bleibt nur eine Frage: Ist dies der Beginn einer neuen Ära militärischer Stärke für Frankreich?

Von C. Hatty

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