Aktuell · 13.07.2026 07:30
Macron verbindet Nationalfeiertag mit Ukraine-Signal
Vor dem französischen Nationalfeiertag versammelt Emmanuel Macron in Paris die Koalition der Willigen. Das Treffen soll Europas militärische und politische Unterstützung für die Ukraine bekräftigen und Moskau die Geschlossenheit der Partner vor Augen führen.
Paris – 13.07.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfängt am Montag in Paris die Mitglieder der sogenannten Koalition der Willigen zu einem Gipfel über die weitere Unterstützung der Ukraine. Anschliessend sollen die eingeladenen Staaten am Nationalfeiertag vom 14. Juli teilnehmen. Der Elysée-Palast verbindet damit die traditionelle Militärparade mit einer demonstrativen Botschaft europäischer Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Macron hatte den Termin nach dem Europäischen Rat vom 18. und 19. Juni angekündigt. Eingeladen seien sämtliche Mitglieder der Koalition, unabhängig davon, ob sie der Europäischen Union angehörten. Die ukrainischen Streitkräfte sollen am 14. Juli an der Parade auf den Champs-Elysées beteiligt sein. Das Programm verknüpft somit staatliche Repräsentation mit dem Krieg, den Russland seit Februar 2022 gegen die Ukraine führt.
Die Koalition der Willigen ist kein formeller Bündnisvertrag, sondern ein von Frankreich und Grossbritannien vorangetriebenes politisch-militärisches Format. Mehr als dreissig Staats- und Regierungschefs nahmen Ende Februar an einer virtuellen Beratung teil. Im Mittelpunkt stehen Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands sowie die langfristige Fähigkeit des Landes zur Selbstverteidigung.
Bei einer Zusammenkunft in Paris am 6. Januar hatten Mitglieder der Koalition, die Ukraine und die Vereinigten Staaten robuste Sicherheitsgarantien als unverzichtbaren Bestandteil einer Friedensregelung bezeichnet. Vorgesehen ist unter anderem eine multinationale Truppe für die Ukraine, die aus Beiträgen williger Staaten aufgebaut werden soll. Ihre konkrete Entsendung wäre jedoch an politische und militärische Voraussetzungen gebunden.
Die französische Diplomatie betont zugleich, dass ein Abkommen weder Grenzverschiebungen durch Gewalt legitimieren noch die souveräne Entscheidung Kiews über seine Sicherheitsbeziehungen einschränken dürfe. Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und die Ukraine hatten im Juni zudem verlangt, dass Russland einem vollständigen Waffenstillstand zustimmt. Eingefrorene russische Vermögenswerte sollen nach ihrer gemeinsamen Position bis zu einer Entschädigung für Kriegsschäden blockiert bleiben.
Der Pariser Gipfel folgt unmittelbar auf den NATO-Gipfel in Ankara vom 7. und 8. Juli. Dort bekräftigte Macron nach Angaben des Elysée die französische Unterstützung für eine stärkere europäische Rolle innerhalb eines gefestigten Atlantischen Bündnisses. Die Abstimmung zwischen NATO, Europäischen Partnern und Washington bleibt für die Planung von Sicherheitszusagen an die Ukraine zentral.
Für Macron bietet die Sequenz vor dem Nationalfeiertag eine Gelegenheit, Frankreich als koordinierende europäische Macht darzustellen. Der politische Ertrag hängt allerdings weniger von der Inszenierung in Paris als von belastbaren Zusagen der Partner ab: bei militärischer Hilfe, Finanzierung, Luftverteidigung und den Sicherheitsvorkehrungen für die Zeit nach einem möglichen Waffenstillstand.
Quellen
- Elysée: Pressekonferenz Emmanuel Macrons nach dem Europäischen Rat, 19. Juni 2026
- Elysée: Erklärung der Koalition der Willigen, 24. Februar 2026
- Elysée: Pariser Erklärung zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine, 6. Januar 2026
- Elysée: NATO-Gipfel in der Türkei, 8. Juli 2026
- Franceinfo: Politischer Leitartikel zum 14. Juli