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Aktuell · 13.07.2026 08:45

Macron verbindet Ukraine-Gipfel mit Rede an die französischen Streitkräfte

In Paris kommen die Staaten der Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine zusammen. Emmanuel Macron nutzt den Tag vor der Militärparade am 14. Juli, um die europäische Sicherheitsordnung und die Rolle Frankreichs hervorzuheben.

Paris – 13.07.2026: Frankreich empfängt am Montag die Staaten der Koalition der Willigen für die Ukraine zu einem Gipfel in Paris. Präsident Emmanuel Macron verknüpft das Treffen mit seiner traditionellen Ansprache an die Streitkräfte am Vorabend der Militärparade zum Nationalfeiertag. Die Zusammenkunft soll die politische Geschlossenheit der europäischen Unterstützer Kiews demonstrieren und die Sicherheitsgarantien für die Zeit nach einem möglichen Waffenstillstand weiter konkretisieren.

Die Koalition der Willigen wurde im Februar 2025 auf Initiative Frankreichs und des Vereinigten Königreichs geschaffen. Ihr gehören Staaten an, die bereit sind, über militärische Hilfe hinaus an einer langfristigen Absicherung der Ukraine mitzuwirken. Im Zentrum steht die Vorbereitung einer multinationalen Truppe, die nach einem Ende der Kampfhandlungen zur Abschreckung, zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte sowie zur Sicherung von See-, Land- und Lufträumen beitragen könnte.

Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums nehmen 35 Staaten der Koalition an den Veranstaltungen rund um den 14. Juli teil. Für die Parade auf den Champs-Elysees am Dienstag, dem 14. Juli 2026, sind Einheiten aus 36 ausländischen Staaten vorgesehen; knapp 500 Soldaten aus Mitgliedsländern der Koalition sollen gemeinsam mit französischen Truppen den Auftakt bilden. Auch die Ukraine ist unter den vertretenen Ländern.

Damit erhält die Parade eine außen- und sicherheitspolitische Bedeutung, die über das nationale Zeremoniell hinausreicht. Paris stellt die Teilnahme der Partner als Zeichen einer wachsenden europäischen Eigenverantwortung dar. Frankreich und Großbritannien führen die Koalition politisch an, während die konkrete Ausgestaltung möglicher Sicherheitszusagen weiterhin von einem Waffenstillstand, der Zustimmung Kiews und einer belastbaren internationalen Vereinbarung abhängt.

Macrons Ansprache an die Streitkräfte findet in einer Phase beschleunigter französischer Aufrüstung statt. Die Regierung hatte für die Jahre 2026 bis 2030 zusätzliche Ausgaben von 36 Milliarden Euro zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit angekündigt. Bereits im laufenden Jahr sind 3,5 Milliarden Euro zusätzlich vorgesehen. Der Präsident begründet den Ausbau mit der Verschärfung der internationalen Konfliktlage und mit dem Erfordernis, Frankreichs militärische Handlungsfähigkeit in Europa zu sichern.

Die Verbindung des Ukraine-Gipfels mit dem Nationalfeiertag folgt somit einer klaren politischen Choreographie. Innenpolitisch unterstreicht sie den Anspruch des Staatschefs, die Streitkräfte als Instrument nationaler Souveränität zu stärken. Außenpolitisch soll sie den europäischen Partnern signalisieren, dass Frankreich die Unterstützung der Ukraine nicht allein als Hilfe für ein angegriffenes Land, sondern als Teil der eigenen Sicherheitsinteressen betrachtet.

Konkrete Beschlüsse des Gipfels waren am Vormittag noch nicht veröffentlicht. Die Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verleiht dem Treffen jedoch besonderes Gewicht. Entscheidend wird sein, ob die Teilnehmer über allgemeine Solidaritätsbekundungen hinaus präzise Zusagen zu Truppenplanung, Ausbildung, Ausrüstung und politischer Koordinierung für die Nachkriegsordnung in der Ukraine formulieren.

Quellen

  • Ministerium der Streitkräfte und Veteranen Frankreichs
  • Elysee-Palast
  • TF1 Info
  • AFP via Courrier international

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