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Frankreich · 26.06.2026 08:15

Macron verteidigt Frankreichs Klimapolitik – Hitzewelle sprengt bisherige Maßstäbe

Angesichts der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron die Klimaanpassungsmaßnahmen seiner Regierung gegen Kritik verteidigt. Es sei bereits „sehr viel Arbeit geleistet worden“, um das Land auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten....

Angesichts der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron die Klimaanpassungsmaßnahmen seiner Regierung gegen Kritik verteidigt. Es sei bereits „sehr viel Arbeit geleistet worden“, um das Land auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Gleichzeitig betonte der Staatschef, dass die derzeitige Hitzewelle eine Ausnahmesituation darstelle, die selbst weitreichende Anpassungsstrategien an ihre Grenzen bringe.

Bei einem Pressetermin in Antibes am Rande eines Treffens mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte Macron, Frankreich habe in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Dennoch könne sich kein Staat vollständig auf ein derart außergewöhnliches Wetterereignis vorbereiten.

„Es wurde sehr viel Arbeit geleistet, und ich denke, die Ehrlichkeit gebietet es, das anzuerkennen. Aber man kann sich nicht auf einen Höhepunkt vorbereiten, der derzeit in Europa seinesgleichen sucht und den es in unserer Geschichte noch nie gegeben hat – eine Hitzewelle, die so lange anhält und Temperaturen erreicht, die bis zu 15 Grad über den saisonalen Durchschnittswerten liegen“, sagte der Präsident.

Macrons Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Kritik an der Vorbereitung Frankreichs auf immer häufigere und intensivere Hitzewellen. Die Regierung verweist auf zahlreiche Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden. Dazu zählen der Ausbau der nationalen Hitzeschutzpläne, Investitionen in die Anpassung der Infrastruktur, energetische Sanierungen öffentlicher Gebäude sowie die Umsetzung des dritten nationalen Anpassungsplans an den Klimawandel.

Klimaforscher, Kommunen und Vertreter der Opposition halten diese Maßnahmen jedoch für unzureichend. Sie verweisen auf fehlende finanzielle Mittel, den langsamen Fortschritt bei der Sanierung von Schulen, die Anfälligkeit des öffentlichen Verkehrs gegenüber extremer Hitze sowie einen aus ihrer Sicht unzureichenden Schutz von Beschäftigten, die im Freien oder unter hohen Temperaturen arbeiten müssen.

Mit der Einstufung der aktuellen Hitzewelle als „völlig beispiellose Periode“ versucht Macron, die bisherige Klimapolitik seiner Regierung zu verteidigen und zugleich deutlich zu machen, dass die gegenwärtigen Extremereignisse die Annahmen übertreffen, auf denen bisherige Anpassungsstrategien beruhten. Angesichts neuer Temperaturrekorde gewinnt die Debatte über die Widerstandsfähigkeit Frankreichs gegenüber den Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung.

Andreas M. Brucker

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