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Aktuell · 24.06.2026 14:05

Marc Bloch und seine Frau Simonne im Panthéon beigesetzt

Am 23. Juni 2026 wurde der Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch posthum in das Pariser Panthéon aufgenommen. Die feierliche Zeremonie würdigte sein Lebenswerk und seine Rolle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Paris – 23.06.2026: Der Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch wurde am 23. Juni 2026 posthum im Pariser Panthéon beigesetzt. Zusammen mit seiner Frau Simonne erhielt er eine Ehrung, die seine Verdienste für die Geschichtswissenschaft und sein Engagement im Widerstand gegen die NS-Besatzung würdigt.

Die Zeremonie unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron begann am Abend und zog zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Wissenschaft an. Auch Mitglieder von Blochs Familie, darunter seine Enkelin Suzette, nahmen an der bewegenden Veranstaltung teil. Die Aufnahme ins Panthéon stellt eine der höchsten Auszeichnungen Frankreichs dar und würdigt Menschen, die sich um die Republik verdient gemacht haben.

Marc Bloch, geboren 1886, war Mitbegründer der sogenannten Annales-Schule, die die moderne Geschichtswissenschaft mit neuen Methoden und Perspektiven prägte. Neben seiner akademischen Arbeit engagierte er sich im Widerstand gegen die nationalsozialistische Besatzung Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, gefoltert und schließlich hingerichtet.

Die Entscheidung zur Panthéon- Aufnahme wurde im November 2024 von Präsident Macron verkündet. Anfangs hatte es in der Familie Bloch Sorgen gegeben, dass das Andenken an Marc Bloch politisch instrumentalisiert werden könnte. Nach intensiven Gesprächen einigte man sich darauf, die Ehrung als rein zivilgesellschaftliche Feier ohne religiöse und nationalistische Elemente zu gestalten.

Die Zeremonie zeichnete sich durch zahlreiche symbolische Elemente aus. Schauspieler wie Jacques Gamblin und Lou de Laâge trugen bewegende Texte vor, musikalisch begleitet von Gabriel Faurés „Pavane“. Die Ehrung wurde von der Garde Républicaine umrahmt. Die Gräber von Marc und Simonne Bloch wurden mit persönlichen Erinnerungsstücken wie Militärmedaillen sowie Briefen geschmückt.

Mit der Panthéonisierung wird Marc Bloch als Verteidiger der Wahrheit und als Symbol für den intellektuellen und moralischen Widerstand Frankreichs geehrt. Sein Werk und sein Mut im Kampf gegen die Besatzung bleiben ein bedeutendes Erbe, das die französische Gesellschaft an Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschenwürde erinnert.

Zur Begleitung der Ehrung präsentiert das Panthéon vom 25. Juni 2026 bis zum 10. Januar 2027 die Ausstellung „Marc Bloch, l’esprit de l’Histoire“. Sie bietet Einblicke in sein Leben, seine wissenschaftlichen Arbeiten und seinen Einsatz im Widerstand.

Die Aufnahme von Marc Bloch und seiner Frau Simonne ins Panthéon verdeutlicht die Bedeutung, historische Persönlichkeiten zu ehren, die sich entschieden für die Republik eingesetzt haben. Sie stärkt die Erinnerungskultur in Frankreich und trägt dazu bei, die Lehren aus der Vergangenheit für die Zukunft wachzuhalten.

Quellen

  • Paris.fr
  • Le Monde

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