Alle Artikel · 15.01.2021 15:03
Mehr Grün in die Städte!
Die Champs-Elysées waren einst eine Prachtstraße. Diese trug das Etikett „Schönste Avenue der Welt“. Heute wird sie von Parisern als zu laut, zu touristisch, zu verschmutzt eingestuft. Die Pracht ist verschwunden ... Seit 2019...
Die Champs-Elysées waren einst eine Prachtstraße. Diese trug das Etikett „Schönste Avenue der Welt“. Heute wird sie von Parisern als zu laut, zu touristisch, zu verschmutzt eingestuft. Die Pracht ist verschwunden ...
Seit 2019 gibt es Pläne zur Umgestaltung der Champs-Elysées. Nun hat Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, noch einmal bestätigt: „Es wird ein weiterer außergewöhnlicher Garten in der Hauptstadt werden.“ Vielleicht hast du unseren Artikel darüber am 13.1. gelesen.
Bis zu den Olympischen Spielen 2024 soll sich einiges tun. So ist geplant, den Verkehr, der durch diese breite Straße fließt, um die Hälfte zu reduzieren – zugunsten von Fußgängerzonen, Radwegen, Gärten und Terrassen. Die Menschen aus Paris und der Île-de-France stehen dem Projekt offenbar mehrheitlich positiv gegenüber.
Die Champs-Elysées sind ein Beispiel dafür, dass viele Städte ihr Outfit ändern und immer mehr vom grauen Betonanzug mit Abgas- und Lärmkrawatte zu luftig-grüner Baum- und Gartenkleidung übergehen. Natürlich können wir nicht, um im Bild zu bleiben ?, den ganzen Anzug samt Krawatte abschaffen. Aber eine Auflockerung in Form von Freizeitkleidung, sprich Grünanlagen, ist unbedingt nötig. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Zum einen haben wir im ersten Lockdown erschrocken festgestellt, dass man, wenn man sich nur einen Kilometer im Umkreis um die Wohnung bewegen darf, nicht überall an wirklich frische Luft oder grüne Anlagen kommt. Viele Städter konnten die Welt der Häuser und Straßen nicht zugunsten von Parks, Gärten, Bäumen verlassen, ohne den Kilometer zu überschreiten. Sie vermissten das Grün, das nicht nur den Körper belebt, sondern auch, gerade in extremen Situationen, sehr wichtig ist für die Psyche.
Ein weiterer Grund ist das Klima. Ein weites Feld! In unserem Zusammenhang geht es um den „Wärmeinseleffekt“ von Städten. Dort sind die Temperaturen im Sommer generell um mehrere Grad höher als auf dem Land. Straßen und Gebäude dicht bebauter Gebiete speichern die Hitze stärker als bewachsene Flächen; hinzu kommt die Abwärme von Betrieben und Autos. Wie hoch die Temperaturen ansteigen, steht laut einer NASA-Studie von 2015 in direktem Zusammenhang mit der Anzahl und Art von Grünflächen in der Stadt. Aus weiteren Studien geht hervor, dass man mit 10% mehr Grünflächen die sommerliche Temperatur in den Städten um bis zu drei Grad senken kann. Mehr Grünflächen bedeuten also kühlere Städte.
Mehr Grünflächen bedeuten auch eine höhere Lebensqualität. Und ein positiveres Lebensgefühl! Wir wissen alle, wie sehr wir nach einem langen Winter mit Schnee auf kahlen Bäumen nicht nur auf die Wärme, sondern auch auf das frische Grün des Frühlings warten. Wir atmen auf, wenn die Blätter wieder sprießen.
Wir brauchen das Grün als Balsam für die Seele.
Ich wünsche dir ganz viel davon!
Deine Elisa