Aktuell · 13.07.2026 07:45
Meta stoppt Instagram-KI-Funktion nach Kritik an Nutzung öffentlicher Fotos
Meta hat die umstrittene Verknüpfung von Muse Image mit öffentlichen Instagram-Profilen nach wenigen Tagen abgeschaltet. Nutzer hatten kritisiert, dass ihre Bilder standardmäßig als Vorlagen für KI-generierte Inhalte dienen konnten.
Menlo Park – 13.07.2026: Meta hat eine Funktion seines neuen Bildgenerators Muse Image wieder entfernt, nachdem sie innerhalb weniger Tage heftige Kritik ausgelost hatte. Über die Meta-AI-Anwendung konnten Nutzer offentliche Instagram-Konten in Eingaben verlinken. Das System griff dann auf offentlich sichtbare Fotos dieser Profile zuruck, um daraus neue, KI-generierte Bilder zu erstellen. Meta hatte Muse Image am 7. Juli vorgestellt und die beanstandete Funktion am 10. Juli abgeschaltet.
Der Konzern erklarte, die Anwendung habe kreative Moglichkeiten bieten und den Betroffenen Kontrolle uber die Verwendung ihrer offentlichen Inhalte geben sollen. Die Reaktionen hatten jedoch gezeigt, dass die Funktion die Erwartungen verfehlt habe. Meta entfernte deshalb die Moglichkeit, offentliche Instagram-Profile unmittelbar als visuelle Referenz in Bildanfragen einzubinden. Der Bildgenerator Muse Image selbst bleibt Bestandteil von Meta AI.
Kern der Kritik war die voreingestellte Teilnahme offentlich sichtbarer Konten. Wer ein solches Profil betrieb, musste die betreffende Freigabe aktiv in den Einstellungen andern, um die Nutzung eigener Inhalte als Vorlage zu verhindern. Nutzer kritisierten vor allem, dass nicht zuvor um eine ausdruckliche Zustimmung gebeten wurde. Zudem bestand die Sorge, dass Abbilder und erkennbare Merkmale von Personen ohne deren Wissen in neue Darstellungen einflieen konnten.
Die Debatte betraf damit nicht nur Urheberrechte an Fotos, sondern auch den Umgang mit Bildnissen und personlicher Identitat in generativen KI-Systemen. Besonders bei Portratfotos kann eine technische Referenzierung dazu fuhren, dass andere Nutzer Inhalte erzeugen, die fur die abgebildeten Personen unerwunscht oder irrefuhrend wirken. Berufsverbande aus der US-Unterhaltungsbranche begrusten Metas Ruckzug und verwiesen auf die Risiken nicht einverstandlicher digitaler Nachbildungen.
Muse Image ist Metas erstes Bildgenerierungsmodell aus dem unternehmenseigenen Bereich Meta Superintelligence Labs. Nach Angaben des Unternehmens kann das Modell Bilder aus Texteingaben erzeugen, vorhandene Aufnahmen bearbeiten und visuelle Inhalte fur Beitrage, Geschichten und Chats erstellen. Meta plant die Einbindung in weitere Anwendungen des Konzerns. Die nun entfernte Instagram-Verknupfung war jedoch ein gesondertes Element des Starts und nicht die gesamte technische Grundlage von Muse Image.
Fur Instagram-Nutzer bedeutet die Entscheidung, dass offentliche Profile nicht mehr durch eine einfache Nennung des Kontonamens in Meta AI als Bildvorlage herangezogen werden konnen. Die schnelle Kursanderung unterstreicht zugleich den Druck auf Plattformbetreiber, bei KI-Funktionen klare Zustimmungsregeln und verstandliche Einstellungen vorzusehen. Offen bleibt, wie Meta die Nutzung offentlicher Inhalte in kunftigen KI-Angeboten gestaltet und ob der Konzern dabei auf eine vorherige Einwilligung statt auf nachtragliche Widerspruchsmoglichkeiten setzt.
Quellen
- Meta: Vorstellung von Muse Image
- Associated Press: Meta deaktiviert Instagram-Funktion nach Kritik
- Franceinfo: Bericht uber den Ruckzug von Muse Image