In Meurthe-et-Moselle liegt ein 25-Jähriger noch immer im Koma, nachdem er in der Nacht von Donnerstag auf Freitag am Rande der Unruhen durch einen Schuss verletzt worden war. Da die Ermittler inzwischen davon ausgehen, dass der Schuss aus einer Polizeiwaffe abgegeben wurde, wurde eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Gewalt durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist“ eingeleitet.
Nach der schweren Verletzung eines 25-jährigen Mannes in Mont-Saint-Martin (Meurthe-et-Moselle) in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird nun in Erwägung gezogen, dass der Schuss aus einer Waffe der Eliteeinheit der nationalen Polizei stammt, wie Franceinfo am Mittwoch unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Val de Briey meldete. Es wurde eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Gewalt durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist“ eingeleitet, die der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) übertragen wurde.
Aimène, ein 25-jähriger Sicherheitsbeamter, war am Freitag, dem 30. Juni, gegen 1 Uhr morgens in Mont-Saint-Martin mit seinem Auto unterwegs als er von einer speziellen Munition am Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann mit einem sogenannten Bean Bag beschossen wurde, d. h. einem nicht-letalen Geschoss, das aus einem Beutel, der kleine Kugeln enthält, besteht. Es stellte sich heraus, dass die Beamten der Sondereinheit, die im Rahmen der Unruhen im Zusammenhang mit dem Tod von Nahel zur Unterstützung der Polizei gerufen worden waren, in dieser Nacht in diesem Gebiet tatsächlich solche speziellen Waffen einsetzten: Abwehrkugelwerfer (LBD), Blendgranaten und eben auch diese Bean Bags.
Laut den beiden anderen Insassen des Autos, die von den Ermittlern inzwischen angehört wurden, waren alle drei auf dem Weg zu einem Supermarkt in Luxemburg, das nur wenige Kilometer entfernt liegt, und nahmen nicht an den Ausschreitungen teil. Das von Aimène gesteuerte Auto wurde durchsucht, es wurden weder Steine noch Feuerwerkskörper gefunden.
Die Beamten ihrerseits sagten aus, dass sie in dem chaotischen Gebiet mehrere Stunden lang mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Steinen beworfen wurden, die vor allem aus Fahrzeugen geworfen wurden. Die Beamten sagten, sie seien sich nicht bewusst gewesen, dass eines der als Antwort abgefeuerten Geschosse jemanden verletzt haben könnte. Sie wollen dies erst am nächsten Morgen erfahren haben, nachdem die Familie von Aimène Anzeige erstattet hatte.
Die Ermittlungen sollen nun den gesamten Tathergang rekonstruieren. Eine weitere Person, die in derselben Nacht in demselben Gebiet durch einen Schuss aus einer Spezialwaffe verletzt wurde, wurde ebenfalls angehört. Diese Person wurde allerdings wesentlich leichter verletzt.
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