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Aktuell · 30.06.2026 07:44

Mindestens fünf Tote bei Erdrutsch auf Jade-Müllhalde in Myanmar – Zahl der Vermissten weiter hoch

Ein Erdrutsch auf einer ehemaligen Jade-Mine in der nordmyanmarischen Region Hpakant hat mindestens fünf Todesopfer gefordert. Die Rettungsarbeiten gestalten sich wegen starker Regenfälle weiterhin schwierig, etwa 15 Personen werden noch vermisst. Solche Unfälle sind…

Hpakant – 30.06.2026: In der nördlichen Region Hpakant, einem weltweit bekannten Zentrum des Jadeabbaus in Myanmar, ist es am Sonntag erneut zu einer folgenschweren Tragödie gekommen. Nach tagelangen starken Regenfällen rutschten Erdmassen auf einer Abraumhalde einer ehemaligen Mine ab. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. Laut Angaben der Behörden werden derzeit noch rund 15 weitere Personen vermisst. Die Rettungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig: Die Einsatzkräfte sowie zahlreiche Anwohner suchen unter Lebensgefahr weiter nach Überlebenden oder Opfern, denn weitere Erdrutsche werden wegen der anhaltenden Niederschläge nicht ausgeschlossen.\n\nDie Unfälle auf den Abraumhalden von Jade-Minen in Hpakant sind keine Einzelfälle. In der Region, in der viele informelle Minenarbeiter auf der Suche nach wertvollen Steinen Abraumhügel durchsuchen, kosten tödliche Unglücke immer wieder zahlreiche Menschenleben. Insbesondere während der Monsoonzeit, wenn Wassermassen den Boden instabil machen, häufen sich spektakuläre und tragische Unglücke.\n\nDer anhaltende Konflikt seit dem Militärputsch 2021 verschärft die Situation in der Region zusätzlich: Die Kontrolle über Jade-Minen ist zwischen der Militärjunta und verschiedenen bewaffneten lokalen Gruppen umkämpft. Für die Arbeitssicherheit bleibt nur wenig Spielraum; Regularien werden entweder ignoriert oder lassen sich praktisch nicht durchsetzen. Viele Minenarbeiter sind Gelegenheitsarbeiter ohne feste Anstellung, die keine Absicherung haben und die Gefahr aufgrund von Armut und fehlenden Alternativen in Kauf nehmen.\n\nMedien berichten übereinstimmend, darunter auch die staatliche Zeitung "The Global New Light of Myanmar" sowie die internationale Nachrichtenagentur AFP, dass die Rettungsarbeiten unter schwierigen Bedingungen weiterlaufen. Der genaue Hergang und die Chancen, noch Überlebende zu finden, sind ungewiss, denn immer wieder behindern starke Regenfälle und instabile Erdmassen die Einsätze vor Ort.\n\nDer Jadeabbau ist in Myanmar ein Milliardengeschäft – der Großteil der Steine geht nach China. Die Bedingungen für Arbeiter, insbesondere für nicht offiziell registrierte Suchende und Familien, die vor Ort in einfachen Hütten leben, sind jedoch extrem unsicher. Immer wieder gibt es Berichte über schwere Unglücke: Im Jahr 2020 kamen bei einem vergleichbaren Vorfall mehr als 170 Menschen ums Leben. Die Kombination aus Korruption, illegaler Förderung und bewaffneten Konflikten hindert die Behörden daran, Schutzmaßnahmen durchzusetzen.\n\nWie viele der Verschütteten diesmal noch geborgen werden können, bleibt angesichts der widrigen Umstände offen. Die Lage in Hpakant ist angespannt, die Region bleibt für die Arbeiter lebensgefährlich. Hilfsorganisationen fordern regelmäßig strengere Kontrollen und bessere Sicherheitsvorkehrungen – bislang jedoch weitgehend ohne Erfolg.

Quellen

  • Freemalaysiatoday (AFP)
  • Jago News (Xinhua)

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