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Aktuell · 30.06.2026 16:28

Monaco: Drei Verletzte nach Explosion – Ermittler prüfen gezielten Anschlag

Bei einer Explosion in einem Wohnhaus nahe Roquebrune-Cap-Martin sind drei Menschen verletzt worden. Die Justizbehörden in Monaco ermitteln wegen versuchten Mordes. Mehrere Medien nennen den Unternehmer Vadim Ermolaev als mögliches Ziel, eine offizielle Bestätigung…

Monaco – 30.06.2026: Eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus unweit der Grenze zur französischen Gemeinde Roquebrune-Cap-Martin hat am Montagabend drei Menschen verletzt. Die Staatsanwaltschaft des Fürstentums leitete ein Verfahren wegen versuchten Mordes ein und geht von einem gezielten Angriff aus. Die Suche nach dem oder den Tätern läuft, das Umfeld des Tatorts blieb in der Nacht weiträumig abgesperrt.

Nach Angaben der Polizei detonierte gegen 21 Uhr Ortszeit ein mutmaßlich präpariertes Paket im Eingangsbereich des Gebäudes. Die Wucht der Detonation beschädigte die Eingangshalle und mehrere Fenster. Zwei der Verletzten kamen mit schweren, zunächst als kritisch beschriebenen Verletzungen in eine Klinik, eine weitere Person erlitt leichtere Blessuren. Spezialisten der Spurensicherung untersuchen Trümmerteile und elektronische Bauteile, um Aufbau und Zündmechanismus des Sprengsatzes zu rekonstruieren.

Offiziell teilten die Behörden zunächst weder Namen noch Details zu den Opfern mit. Mehrere internationale Medien berichten jedoch übereinstimmend, unter den Verletzten sei der Geschäftsmann Vadim Ermolaev. Der in der Ukraine geborene Unternehmer ist wegen seiner Aktivitäten auf der annektierten Krim in Kiew sanktioniert. Eine Bestätigung dieser Angaben durch die monegassische Justiz lag bis zum Abend nicht vor. Ermittler prüfen nach Informationen aus dem Umfeld der Sicherheitsbehörden, ob die Tat der Person eines der Hausbewohner galt oder ob es sich um eine fehlgeleitete Zustellung handelte.

Die Explosion ereignete sich in einem dicht besiedelten Viertel nahe wichtigerer Verkehrsachsen an der Côte d’Azur. Feuerwehr und Zivilschutz waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, Anwohner wurden vorübergehend in angrenzende Gebäude und Hotels gebracht. Die Behörden baten Zeuginnen und Zeugen, Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im Bereich des Hauseingangs oder von Lieferfahrzeugen am späten Abend zu melden. Videomaterial aus privaten Überwachungskameras wird ausgewertet.

Monaco gilt trotz hoher Sicherheitspräsenz als potenzielles Ziel für Delikte mit wirtschaftlichem oder privatem Hintergrund, nicht zuletzt wegen der Konzentration vermögender Bewohner. Paketbomben und fernzündbare Sprengsätze zählen in Westeuropa zu seltenen, aber besonders schwer aufklärbaren Tatmitteln. In ähnlichen Fällen stützen sich Ermittlungen typischerweise auf Post- und Kurierdaten, DNA-Spuren an Verpackungsmaterial sowie Mobilfunkbewegungen rund um den Tatort. Auch internationale Rechtshilfe spielt bei der Rückverfolgung von Bauteilen und Geldflüssen regelmäßig eine Rolle.

Die Staatsanwaltschaft kündigte weitere Informationen an, sobald Identitäten abschließend geklärt und Angehörige benachrichtigt sind. Bis dahin mahnen die Behörden zur Zurückhaltung bei Spekulationen über Motiv, Urheberschaft und mögliche Verbindungen ins Ausland.

Quellen

  • Associated Press
  • AFP via Al Jazeera
  • Euronews
  • Radio Monaco
  • TF1/LCI

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