Aktuell · 30.06.2026 11:26
Monaco: Paketexplosion verletzt drei Angehörige eines ukrainischen Unternehmers – Ermittler prüfen gezielte Attacke
In einem Wohnhaus an der Grenze zu Frankreich sind am 29. Juni drei Angehörige eines ukrainischen Unternehmers durch ein Sprengstoffpaket schwer verletzt worden. Die Behörden schließen einen wahllosen Terroranschlag aus und konzentrieren sich auf…
Monaco – 30.06.2026: In einem ruhigen Wohnviertel nahe der französischen Grenze hat am Abend des 29. Juni eine Explosion das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses erschüttert und drei Menschen schwer verletzt. Nach Angaben der Behörden detonierte gegen 21 Uhr ein Paket im Eingangsbereich des Gebäudes. Feuerwehr und Rettungsdienste aus Monaco sowie aus dem benachbarten Département Alpes-Maritimes waren rasch vor Ort und brachten die Verletzten in Kliniken der Region.
Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen gezielt deponierten Sprengsatz. Ermittler sprachen von einem Paket, das mit Splittern und Nägeln bestückt war. Zwei Erwachsene – ein Mann und eine Frau – erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Ein 13-jähriger Junge wurde ebenfalls verletzt und nach der Erstversorgung in ärztliche Betreuung übergeben. Die Behörden machten zunächst keine offiziellen Angaben zur Identität der Betroffenen. Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, bei dem schwer verletzten Mann handle es sich um den ukrainischen Unternehmer Vadim Ermolaev. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angabe lag den Ermittlern nach aktuellem Stand nicht öffentlich vor.
Die monegassische Polizei und spezialisierte Sprengstoffexperten sicherten den Tatort stundenlang ab. Parallel wurden Anwohnerinnen und Anwohner befragt, Kamerabilder ausgewertet und der unmittelbare Bereich weiträumig abgesperrt. Hinweise auf eine allgemeine Anschlagsabsicht gibt es laut Ermittlern nicht; die Spur spreche vielmehr für eine gezielte Attacke auf das unmittelbare Umfeld der Opfer. Auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit französischen Behörden wurde eingeleitet, da logistische Vorbereitung oder Fluchtwege über das nahe französische Staatsgebiet möglich sind.
Das Fürstentum gilt trotz dichter Bebauung und hoher Touristenzahlen als sicher. Paket- und Zugangskontrollen in Residenzen und Dienstleistungsbetrieben sind üblich, dennoch zeigen erste Befunde eine Umgehung bestehender Sicherheitsroutinen. Ermittler prüfen daher, wie und wann das Paket in das Haus gelangte und ob es zuvor unauffällig deponiert wurde. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses wurde psychosoziale Unterstützung organisiert; die Hausverwaltung koordiniert Reparaturen im beschädigten Eingangsbereich.
Offen bleibt, ob die Tat persönliche oder geschäftliche Motive hatte. Die Behörden bitten um Hinweise von Zeuginnen und Zeugen, insbesondere zu verdächtigen Beobachtungen am 29. Juni in den Abendstunden. Offizielle Angaben zur weiteren medizinischen Entwicklung der Verletzten werden erwartet, sobald der Zustand stabil bewertet werden kann. Bis dahin setzen die Ermittler ihre Arbeit mit Priorität auf die Klärung des genauen Tathergangs und möglicher Hintergründe fort.
Quellen
- The Guardian
- Franceinfo
- TF1/LCI
- Radio Monaco