Morgen ist der internationale Tag der Freundschaft

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Amitié - Freundschaft (Foto df)

Am 30. Juli, also morgen, ist der internationale Tag der Freundschaft. Er soll an die Bedeutung der Freundschaft zwischen Personen, Ländern und Kulturen erinnern. Angestoßen wurde er 1958 in Paraguay, auch andere südamerikanische Länder sowie Teile Asiens begingen ihn. So richtig international wurde der Tag aber erst 2011, als er durch die Vereinten Nationen ausgerufen und auf den 30. Juli festgelegt wurde.

Ich nehme den Tag zum Anlass, einen Blick speziell auf die deutsch-französische Freundschaft zu werfen.

Vielleicht weißt du, dass Frankreich und Deutschland im 19. Jahrhundert als „Erbfeinde“ galten. Viele Zusammenstöße in der Vergangenheit hatten der Vorstellung einer naturgegebenen Feindschaft, einer Art biologischen Vererbung, den Nährboden bereitet. Deshalb war man der Meinung, dass zwischen den beiden Ländern mit friedlichen Mitteln keine Lösung gefunden werden könne. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 und die beiden Weltkriege schienen diese Auffassung zu bestätigen. Eine Versöhnung hielten viele für undenkbar.

Dann wurden in den 50er Jahren europäische Gemeinschaften gegründet, u. a. 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), Vorläufer der heutigen EU. Dadurch mussten auch die bisher „erblich verfeindeten“ Länder Frankreich und Deutschland wohl oder übel zusammenarbeiten. Dabei merkten sie, dass die Feindschaft doch nicht in den Genen steckte – man kam miteinander aus.

Hilfreich war es in dieser Hinsicht auch, dass deutsche und französische Städte Partnerschaften eingingen. Den Anfang machten 1950 Montbéliard und Ludwigsburg. Heute bestehen mehr als 2.200 deutsch-französische Partnerschaften, sei es zwischen Städten, zwischen einem Département und einem Kreis oder zwischen einer Région und einem Bundesland.

1963 war ein entscheidendes Jahr für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichneten im Élysée-Palast den deutsch-französischen Vertrag, kurz „Élysée-Vertrag“, der den Grundstein bildet für die Freundschaft zwischen den beiden Ländern. Vor der Unterzeichnung hatten sich de Gaulle und Adenauer in der Kathedrale von Reims die Hand gegeben. So söhnten sich zwei über Jahrhunderte verfeindete Länder aus.

In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg war das Verhältnis im Alltag noch nicht das beste. Man blieb misstrauisch. Erst langsam wuchsen kleine Freundschaften, aus denen sich dann auch Verwandtschaften entwickelten – wie oft hörte ich in Frankreich solche Sätze: „Ah, du bist Deutsche? Meine Kusine ist in Heidelberg verheiratet … mein angeheirateter Onkel kommt aus Bremen … die Freundin meiner Mutter in Nantes stammt aus der Pfalz …“

Welche Erfahrungen hast du mit den Menschen aus dem Nachbarland gemacht? Hast du Freunde und Freundinnen jenseits der Ländergrenze?

Aber auch unabhängig von Wohnort, Nationalität oder räumlicher Distanz: Gibt es jemanden, nah oder fern, dem/der du zum Tag der Freundschaft morgen eine Nachricht senden könntest, mit ein paar lieben Smileys, vielleicht sogar mit Herzchen? Wenn ja, mach ihnen die Freude!

„Gute Freunde sind wie Sterne. Du siehst sie nicht immer, aber du weißt, sie sind immer für dich da.“

Deine Elisa


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