DIENSTAG, 14. JULI 2026 Anmelden / Beitreten Mitgliedskonto
Zurück

Aktuell · 13.07.2026 21:15

Naval Group in Lorient: Werft baut auf neue Fregattenserie

Eine aktuelle Reportage zeigt die abgeschirmte Produktion bei Naval Group in Lorient. Der Standort ist zentral für den Bau der neuen französischen Fregatten und für internationale Aufträge.

Lorient – 14.07.2026: Eine am Montag veröffentlichte Reportage lenkt den Blick auf den streng gesicherten Naval-Group-Standort in Lorient. Dort entstehen Überwasserschiffe und hochspezialisierte Systeme für die französische Marine sowie für ausländische Kunden. Der Besuch macht sichtbar, welche industrielle Bedeutung die Werft in der Bretagne für Frankreichs Rüstungsindustrie und für die Auftragslage des Konzerns besitzt.

Im Mittelpunkt steht die Serie der Fregatten zur Verteidigung und Intervention, kurz FDI. Die französische Beschaffungsbehörde DGA bestellte am 31. März 2026 eine fünfte Einheit dieses Typs für die Marine nationale. Die vierte Fregatte war bereits im Dezember 2025 beauftragt worden. Beide zusätzlichen Schiffe werden in Lorient gebaut und erweitern das nationale Programm auf fünf Einheiten.

Zusammen mit vier FDI-Fregatten für Griechenland erreicht die laufende Serie neun Schiffe. Damit verbindet der Standort Aufträge für die französischen Streitkräfte mit einem wichtigen Exportprogramm. Naval Group beschreibt die FDI als vielseitig einsetzbare Hochseefregatte, die unter anderem gegen Bedrohungen über und unter Wasser sowie gegen Luftangriffe und asymmetrische Angriffe eingesetzt werden kann.

Die erste französische FDI, die Amiral Ronarc'h, wurde am 17. Oktober 2025 an die Marine nationale übergeben. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind die weiteren Auslieferungen zwischen 2027 und 2032 vorgesehen. Der jüngste Auftrag schafft damit über mehrere Jahre hinweg Planbarkeit für Konstruktion, Ausrüstung und Integration von Missions- und Kampfsystemen am Standort Lorient.

Die Reportage verweist zudem auf die große Zahl von Beschäftigten, die in den gesicherten Produktionsbereichen arbeiten. Naval Group bündelt in Lorient Entwicklung, Konstruktion und Bau von Überwasserschiffen sowie die Integration komplexer Bordtechnik. Dazu zählen Systeme für Sensorik, Kommunikation, elektronische Kampfführung und Waffen. Die industrielle Arbeit reicht damit deutlich über den Bau der Schiffsrümpfe hinaus.

Bei U-Booten ist jedoch eine geografische Unterscheidung wichtig: Die französischen atomgetriebenen Jagd-U-Boote des Barracuda-Programms werden in Cherbourg gebaut, nicht in Lorient. Die DGA meldete am 26. Juni 2026 die Übergabe des vierten Bootes De Grasse an die Marine nationale. Lorient und Cherbourg stehen somit für unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Bereiche der französischen Marineindustrie.

Für Naval Group kommt die öffentliche Aufmerksamkeit in einer Phase hoher Auslastung. Der Konzern arbeitet zugleich an nationalen Neubauten, an griechischen Fregatten und an weiteren internationalen Vorhaben. Die FDI-Aufträge unterstreichen, dass die Werft von Lorient nicht nur ein regionaler Arbeitgeber ist, sondern ein Schlüsselstandort für Frankreichs maritime Verteidigungsfähigkeit und den Export von Rüstungstechnik bleibt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Verteidigungsministerium – Direction generale de l'armement
  • Naval Group

Nachrichten per E-Mail erhalten

Mit dem kostenlosen Mitgliedskonto von France Premium legen Sie fest, welche Hinweise Sie per E-Mail bekommen möchten: sofort bei wichtigen Meldungen oder als ruhige Tageszusammenfassung.

  • News und Tageszeitung nach Ihren Interessen
  • Wetter- und Verkehrshinweise für gewählte Regionen
  • Fußball-Liveereignisse zu ausgewählten Teams
  • Rezepte, Kultur, Veranstaltungen und Premium-Hinweise
Newsletter bestellen

Die Anmeldung ist kostenlos. Sie können Ihre Auswahl jederzeit im Mitgliedskonto ändern oder abbestellen.