Aktuell · 04.07.2026 02:46
Neue Arbeiten an Notre‑Dame: Abschluss der Restaurierung vor Papstbesuch geplant
Das öffentliche Bauwerk 'Rebâtir Notre‑Dame' kündigt eine neue Phase an: Große Rosette und Nordfassade sollen ergänzt werden — auch mit Blick auf den geplanten Besuch von Papst Léon XIV Ende September 2026.
Paris – 04.07.2026: Die Verantwortungsträger von Rebâtir Notre‑Dame de Paris haben am 3. Juli eine neue Etappe der Restaurierung angekündigt, die insbesondere die große Rosette und die Nordfassade des Querschiffs betrifft. Ziel sei es, die nach dem Brand von 2019 begonnenen Arbeiten zu vollenden und der Kathedrale ihr historisches Erscheinungsbild zurückzugeben.
Die Ankündigung fiel zusammen mit dem Hinweis, dass die Bauarbeiten in den kommenden Jahren fortgesetzt werden sollen; in der Berichterstattung wird von einer Größenordnung von rund 150 Millionen Euro gesprochen. Technisch geht es um sorgfältige Steinsetzungen, Reinigung und Sicherung der Gewände sowie konservatorische Eingriffe an den gotischen Maßwerkfenstern, die sowohl kunsthistorische als auch statische Anforderungen vereinen.
Die Zeitplanung der Arbeiten steht unter dem besonderen öffentlichen Interesse, weil der Papst — Léon XIV — vom 25. bis 28. September 2026 zu einem apostolischen Besuch in Frankreich erwartet wird. Für den 25. September ist in Paris eine Vesperfeier in Notre‑Dame vorgesehen; daraus resultiert Druck, die Baustellenlogistik so zu steuern, dass repräsentative Flächen zugänglich sind und Sicherheitsvorgaben eingehalten werden.
Restaurierung an einem so emblematischen Ort ist immer auch Debatte über Methoden: Soll repariert, ergänzt oder rekonstruiert werden? Nach den bisherigen Entscheidungen steht die Erhaltung möglichst originaler Substanz im Vordergrund; neuere Eingriffe bleiben reversibel und wissenschaftlich dokumentiert. Die Rolle der Denkmalpflege und der internationalen Expertengremien bleibt damit zentral.
Für Besucherinnen und Besucher wie für die Pariser Gemeindemitglieder bedeutet die neue Phase sowohl Einschränkungen als auch Chancen: Teile der Fassade werden eingerüstet sein, doch wird parallel an der langfristigen Sicherung des Bauwerks gearbeitet. Die Verwaltung betont, dass die Kathedrale offenbleiben soll, soweit es die Sicherheitsauflagen erlauben.
Finanzierung und Terminplanung werden öffentlich begleitet: Staatliche Stellen, die Stadt Paris und kirchliche Institutionen sind beteiligt; private Mittel fließen weiterhin über Spenden und Stiftungen. In der Erinnerung bleibt die Wiederöffnung 2024, die vielerorts als Beginn einer neuen Etappe wahrgenommen wurde — die nun, mit diesem Etappenziel, eine klarere Richtung erhält.
Die kommende Phase ist weniger Spektakel als Sorgfalt: Es geht um Stein, Glas und Handwerk vom Feinsten, um die Balance zwischen liturgischer Nutzung, touristischer Präsenz und der wissenschaftlichen Pflicht, ein Stück Weltkultur für die kommenden Generationen zu bewahren.
Quellen
- Le Figaro (3.7.2026)
- Diocèse de Paris (Ankündigung)
- Vatican / offizielles Reiseprogramm (25–28.09.2026)
- Le Parisien (3.7.2026)
- Franceinfo (Originalmeldung)