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À la une · 20.09.2024 10:29

Neue "Péage à flux libre" auf der A13: Ein revolutionäres Mautsystem?

Die Tage der lästigen Stopps an Autobahn-Mautstellen könnten in Frankreich gezählt sein – zumindest für die Nutzer der A13, die Paris mit der Normandie verbindet. Im Dezember 2024 wird dort die neue "Péage à...

Die Tage der lästigen Stopps an Autobahn-Mautstellen könnten in Frankreich gezählt sein – zumindest für die Nutzer der A13, die Paris mit der Normandie verbindet. Im Dezember 2024 wird dort die neue "Péage à flux libre", ein schrankenfreies Maut-System, eingeführt. Was bedeutet das konkret für Autofahrer? Und wie funktioniert dieses neue System genau?

Kein Anhalten mehr – einfach durchfahren!

Für viele Autofahrer ist der größte Vorteil dieses Systems offensichtlich: keine langen Schlangen mehr an den Mautstellen. Insbesondere an Wochenenden und in der Ferienzeit, wenn der Verkehr auf der A13 stark zunimmt, könnten Fahrer so zwischen 30 Minuten und einer ganzen Stunde an Reisezeit einsparen – das hofft zumindest Joselito Bellet, der Verantwortliche für das Projekt bei der Autobahngesellschaft Sanef.

Doch wie funktioniert das Ganze? Anders als bei den bisherigen Mautstellen, wo man anhalten und bezahlen musste, durchfährt man beim "Péage à flux libre" einfach eine elektronische Erfassungsstation. Kameras und Sensoren erfassen das Kennzeichen des Fahrzeugs, und die Bezahlung erfolgt nachträglich. Klingt gut, oder?

So bezahlst du deine Maut

Nun fragt man sich vielleicht: „Wie zahle ich denn dann meine Mautgebühren?“ Keine Sorge – es gibt mehrere Möglichkeiten, die Maut zu begleichen. Wenn du ein Abonnement für das Telepeagesystem hast, musst du nichts weiter tun. Dein Fahrzeug wird automatisch erfasst, und die Rechnung kommt wie gewohnt am Ende des Monats per Post.

Wer allerdings kein solches Abo hat, muss etwas aufmerksamer sein. Du hast nach der Fahrt 72 Stunden Zeit, die Maut auf der Website des Autobahnbetreibers zu bezahlen. Alternativ kannst du auch ein Konto erstellen, deine Bankdaten hinterlegen und dich automatisch belasten lassen. Für diejenigen, die lieber bar bezahlen, stehen landesweit 10.000 Partnerverkaufsstellen zur Verfügung, an denen der Betrag beglichen werden kann. Alles, was du dazu brauchst, ist dein Kennzeichen.

Was passiert, wenn man vergisst zu zahlen?

Ein neues System bringt jedoch auch seine Herausforderungen mit sich. Einige Autofahrer bemängeln, dass sie die Schilder übersehen oder schlicht vergessen, die Maut fristgerecht zu begleichen. Und hier wird es teuer: Wer innerhalb der 72 Stunden nicht zahlt, erhält eine Zahlungsaufforderung per Post. Diese enthält nicht nur den ursprünglichen Mautbetrag, sondern auch eine Strafgebühr. Wenn man innerhalb von zwei Wochen zahlt, sind es noch 10 Euro – wartet man jedoch länger, können es bis zu 90 Euro Strafe werden. Eine unangenehme Überraschung im Briefkasten, die man sicherlich vermeiden möchte!

Menschliche Kontrolle – trotz Technik unverzichtbar

Auch wenn das System größtenteils automatisiert ist, verlassen sich die Betreiber in manchen Fällen noch immer auf das menschliche Auge. Warum? Manchmal gibt es Probleme mit der automatischen Erkennung, sei es durch beschädigte Kennzeichen oder Fahrzeuge aus dem Ausland. In solchen Fällen übernehmen Mitarbeiter die Kontrolle und prüfen die Daten, um sicherzustellen, dass alles korrekt abläuft. Estelle Pitette, Managerin im Kundenservice, erklärt: „Meine Aufgabe ist es, die Richtigkeit des Kennzeichens zu überprüfen, das Herkunftsland zu bestimmen und die Fahrzeugklasse zu validieren.“

Interessanterweise sind viele dieser Mitarbeiter ehemalige Angestellte der Mautstellen – ihre Erfahrung ist für das neue System wertvoll. Bis zu 250 Mitarbeiter werden für die Kontrolle und den Kundenservice im "Péage à flux libre" tätig sein, wenn das System voll installiert ist.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Frankreich ist nicht das erste Land, das auf ein solches System setzt. In Portugal und auf den Straßen rund um London funktioniert der Mautbetrieb bereits ohne Schranken. Der Testlauf in Frankreich begann schon 2019 auf einem Teilstück der A4 und wurde 2022 auf die A79 erweitert. Für die A13-Nutzer bedeutet das ab Dezember eine deutlich flüssigere Fahrt – ohne die nervigen Stopps an den Mautstellen.

Natürlich gibt es noch einige Bedenken, wie z. B. die Herausforderung, Autofahrer über das neue System zu informieren. Dennoch scheint die Richtung klar: Die Ära der Barrieren neigt sich dem Ende zu, und die "Péage à flux libre" könnte bald auch auf weiteren französischen Autobahnen zur Norm werden.

Fazit: Eine Lösung für alle?

Für viele klingt das neue System nach einer willkommenen Erleichterung. Doch wie bei jeder Veränderung gibt es auch kritische Stimmen. Manche befürchten, dass das Bezahlen komplizierter wird – andere freuen sich auf eine reibungslosere Fahrt. Was denkst du?

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