Tag & Nacht

Die Wogen glätten sich langsam in dem französischen Überseedepartement in der Südsee – doch der Weg zurück zur Normalität ist lang und steinig. Die Aufhebung des Ausnahmezustands markiert einen ersten Schritt, aber die Zeichen der Krise sind noch deutlich zu spüren.

Ein zaghafter Neubeginn

Seit Dienstag, dem 28. Mai, gilt in der gesamten Region kein Ausnahmezustand mehr. Der nächtliche Ausgangssperre bleibt jedoch zwischen 18 Uhr und 6 Uhr in Kraft, mit wenigen Ausnahmen für Gesundheitsgründe oder öffentliche Dienstleistungen. Der Verkauf von Alkohol bleibt verboten, ebenso wie der Transport und das Tragen von Waffen.

Rückkehr der Kontrolle

Das Haut-Commissariat der Republik, der staatliche Vertreter vor Ort, hat am Montag bestätigt, dass die Sicherheitskräfte die Kontrolle über die kritischen Viertel Médipôle und Boulari in der Gemeinde Mont-Dore wiedererlangt haben. In Montravel, einem von Kanaken und Ozeaniern bewohnten Stadtteil von Nouméa, gibt es keine Straßensperren mehr. An anderen Orten sind einige Barrikaden geblieben, aber sie verlieren allmählich an Bedeutung.

Evakuierungen und Verkehrschaos

Trotz der Beruhigung der Lage müssen weiterhin Franzosen und ausländische Touristen aus dem Archipel evakuiert werden. Seit Beginn der Krise konnten 1.200 Personen ausgeflogen werden, und 270 caledonische Bewohner konnten auf das Archipel zurückkehren, so das Haut-Commissariat.

Der Straßenverkehr in Nouméa hat wieder Fahrt aufgenommen, allerdings begleitet von langen Staus. Taxis sind wieder im Einsatz, aber der öffentliche Busverkehr bleibt lahmgelegt – zu viele Straßen sind noch unbefahrbar. Der internationale Flughafen Nouméa – La Tontouta bleibt noch bis mindestens Sonntag für den kommerziellen Flugverkehr geschlossen.

Müllabfuhr und andere Herausforderungen

Auch die Müllabfuhr erlebt Probleme. Die Stadtverwaltung von Nouméa organisierte am Montag die erste Müllabfuhr seit Beginn der Unruhen, beschränkt zunächst auf drei Stadtviertel. In Dumbéa konnte ebenfalls zum ersten Mal wieder ein Müllwagen fahren, allerdings unter Einschränkungen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Rückkehr zur Normalität wird kein Sprint, sondern ein Marathon. Was bringt die Zukunft für die Menschen in Nouméa und auf der gesamten Insel? Wird die fragile Ruhe halten, oder stehen weitere Stürme bevor?

Die Anzeichen sind positiv, doch die Herausforderungen bleiben groß. Es ist an der Zeit, den Weg zu einem friedlichen und geordneten Alltag zu finden – mit einem Schritt nach dem anderen.


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