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Die jüngsten Unruhen in dem französischen Übersee-Departement Nouvelle-Calédonie haben verheerende Folgen für die lokale Wirtschaft. Die Handels- und Industriekammer (CCI) der Inselgruppe rechnet inzwischen mit einem Gesamtschaden von rund einer Milliarde Euro. „Heute gehen wir eher von einer Milliarde Euro aus“, erklärte David Guyenne, Präsident der CCI Nouvelle-Calédonie, am Dienstag, den 21. Mai, auf dem Sender Franceinfo.

Umfangreiche Zerstörung

Noch letzte Woche war Guyenne von einem Schaden von über 200 Millionen Euro ausgegangen. Doch die Schäden sind weit größer als zunächst angenommen. „Mehr als 200 Unternehmen wurden niedergebrannt und zerstört“, sagte er. Diese Zahl steht symbolisch für das Ausmaß der Zerstörung und die tiefen Einschnitte in die wirtschaftliche Struktur der Insel.

Betroffene Sektoren

Alle Sektoren der Wirtschaft sind betroffen. „Der Handel ist natürlich stark betroffen, aber auch die Industrie und insbesondere viele Dienstleistungsunternehmen, darunter zahlreiche Autohändler“, so Guyenne weiter. Diese breite Palette zeigt, dass die Folgen der Unruhen weit über den unmittelbaren Schaden an Gebäuden und Infrastruktur hinausgehen.

Auswirkungen auf die Beschäftigung

Die sozialen Auswirkungen sind ebenfalls gravierend. Mehr als 2.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. „Es wird notwendig sein, auch die indirekten Kosten für die Wirtschaft zu berücksichtigen. 200 zerstörte Unternehmen bedeuten mehr als 2.000 Mitarbeiter“, betonte Guyenne. Dies stellt die lokale Gemeinschaft vor große Herausforderungen, da sie nicht nur für Gehälter und Arbeitslosengeld aufkommen muss, sondern auch Unternehmen unterstützen muss, die zwar nicht direkt zerstört wurden, aber in einem stark beeinträchtigten wirtschaftlichen Umfeld weiterarbeiten müssen.

Langfristige Folgen

Neben den unmittelbaren Kosten durch Zerstörung und Arbeitslosigkeit müssen auch langfristige wirtschaftliche Folgen bedacht werden. Unternehmen, die ihre Tätigkeit in einem derart geschwächten wirtschaftlichen Klima fortsetzen, benötigen zusätzliche Unterstützung, um sich langfristig zu stabilisieren. „Wir müssen auch die Unternehmen unterstützen, die zwar nicht zerstört oder beschädigt wurden, aber nun in einem völlig degradierten wirtschaftlichen Klima operieren müssen“, unterstrich Guyenne.

Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Unruhen in der Nouvelle-Calédonie sind enorm und stellen eine immense Herausforderung dar. Die Handels- und Industriekammer sowie die lokale Gemeinschaft stehen vor der schwierigen Aufgabe, die zerstörten Strukturen wieder aufzubauen und die Wirtschaft zu stabilisieren. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Weichen für eine nachhaltige Erholung zu stellen.


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