Aktuell · 29.06.2026 09:09
Orkane im Norden Frankreichs verursachen erhebliche Schäden in mehreren Départements
In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben heftige Gewitter den Norden Frankreichs heimgesucht, was zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr und erheblichen Schäden in mehreren Départements führte.
Paris – 29.06.2026: In der Nacht von Samstag, dem 27. Juni, auf Sonntag, dem 28. Juni 2026, zog eine Serie heftiger Gewitter über den Norden Frankreichs hinweg und richtete erhebliche Schäden in mehreren Départements an. Besonders betroffen war die Region Nord-Pas-de-Calais, wo die Feuerwehr zu insgesamt 405 Einsätzen ausrücken musste. Hauptursachen für die Alarmierungen waren umgestürzte Bäume, überflutete Straßen und eingeschlossene Personen. Bei den Unwettern wurden zwei Menschen leicht verletzt. In Maubeuge fielen innerhalb nur einer Stunde 30 Millimeter Regen, was das 15-fache der üblichen Niederschlagsmenge in diesem Zeitraum bedeutet. Gleichzeitig registrierte man in Saint-Hilaire-sur-Helpe Windböen mit einer Geschwindigkeit von 104 Kilometern pro Stunde.
Auch in den Départements Aisne, Oise, Pas-de-Calais und Somme führte das Gewitter zu erheblichen Störungen. In Aisne beispielsweise verursachte ein Blitzschlag mehrere Brände, darunter ein Feuer in Laon, bei dem fünf Personen leichte Verletzungen erlitten. Die Windböen überstiegen hier ebenfalls 100 km/h. In der Somme mussten die Veranstalter des Freiluftfestivals Retro C Trop mit etwa 2.900 Teilnehmern während der Nacht zur Sicherheit das Gelände evakuieren. Obwohl durch umgestürzte Bäume Sachschäden entstanden, blieben Verletzte dort aus.
Bereits am Samstag hatte Météo-France eine orangefarbene Wetterwarnung für die betroffenen fünf Départements herausgegeben, die von 20 Uhr bis 2 Uhr nachts galt. Vorhersagen zufolge waren starke bis lokal sehr starke Gewitter mit heftigem Starkregen (30 bis 50 mm), Hagel sowie Windböen von bis zu 100 km/h zu erwarten. Diese Prognosen bestätigten sich in vollem Umfang. Insgesamt registrierten die Wetterdienste in dieser Nacht über 127.000 Blitzeinschläge in ganz Frankreich.
Die Präfekturen der betroffenen Regionen riefen die Bevölkerung auf, Vorsicht walten zu lassen und die Anweisungen der Einsatzkräfte konsequent zu befolgen. Sie arbeiteten derzeit intensiv daran, die Schäden zu beseitigen und die betroffenen Kommunen zu unterstützen. Auch weiterhin wird empfohlen, lokale Nachrichten zu verfolgen und Warnhinweise ernst zu nehmen, da kurzfristig weitere Unwetter nicht ausgeschlossen sind. Besonders Besitzer von Fahrzeugen und Häusern sollten Schäden melden, um schnelle Hilfe zu ermöglichen.
Neben den direkten Folgen des Unwetters hinterlässt das Ereignis auch Debatten über den Umgang mit extremen Wetterlagen und notwendige präventive Maßnahmen in den stark betroffenen Départements. Experten betonen, dass solche Unwetter infolge des Klimawandels häufiger auftreten könnten, weshalb Infrastruktur und Notfallpläne einer Überprüfung und Anpassung bedürfen. Die Behörden kündigten an, die Lage in den kommenden Tagen weiterhin genau zu beobachten, um schnell auf weitere Wettergefahren reagieren zu können.
Quellen
- Météo-France
- Präfektur Nord-Pas-de-Calais
- Präfektur Aisne
- Präfektur Somme