Aktuell · 18.07.2026 00:31
Oscar-Preistraegerin Brenda Fricker mit 81 Jahren gestorben
Die irische Schauspielerin Brenda Fricker ist in Dublin gestorben. Mit ihrer Nebenrolle in "Mein linker Fuss" schrieb sie 1990 Oscar-Geschichte; einem breiten Publikum blieb sie als Taubenfrau aus "Kevin allein in New York" in…
Dublin – 17.07.2026: Die irische Schauspielerin Brenda Fricker ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Ihr Agent Phil Belfield teilte mit, Fricker sei am Donnerstagabend, dem 16. Juli, nach einer längeren Krankheitsphase friedlich in Dublin verstorben. Die Nachricht löste in Irland und in der internationalen Filmbranche zahlreiche Wuerdigungen aus.
Fricker war 1990 die erste Irin, die einen Oscar gewann. Die Academy zeichnete sie als beste Nebendarstellerin für die Rolle der Bridget Fagan Brown in Jim Sheridans Drama "Mein linker Fuss" aus. Sie spielte darin die Mutter des irischen Schriftstellers und Malers Christy Brown, der mit einer schweren koerperlichen Behinderung lebte. Daniel Day-Lewis erhielt für denselben Film den Oscar als bester Hauptdarsteller.
Der Erfolg war für das irische Kino von besonderer Bedeutung. "Mein linker Fuss" verband eine lokale Lebensgeschichte mit internationaler Reichweite und machte Fricker weit über die Theater- und Fernsehlandschaft ihrer Heimat hinaus bekannt. Ihre Darstellung vermied demonstrative Sentimentalitaet: Die Figur der Mutter erscheint zugleich entschlossen, erschopft und schutzbeduerftig. Gerade diese Praezision begründete ihren nachhaltigen Ruf als Charakterdarstellerin.
Einem globalen Familienpublikum wurde sie zwei Jahre später in "Kevin allein in New York" bekannt. Als einsame Frau, die im Central Park von New York Tauben fuettert und Freundschaft mit dem von Macaulay Culkin gespielten Kevin schließt, gab Fricker einer Nebenfigur eine stille menschliche Wuerde. Die Rolle wurde zu einem der bekanntesten Momente des Films von 1992.
Ihre Laufbahn umfasste nach Angaben ihres Agenten mehr als 90 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1964 und 2024. Fricker gehoerte auch zur Originalbesetzung der BBC-Krankenhausserie "Casualty". Weitere wichtige Kinofilme waren "The Field", "Veronica Guerin" und "Albert Nobbs". Damit blieb sie sowohl dem irischen Autorenkino als auch internationalen Produktionen verbunden.
Irlands Regierungschef Micheal Martin erklärte, er sei über ihren Tod tief betroffen. Auch Vizepremier Simon Harris wuerdigte Fricker als herausragende Vertreterin irischen Talents auf der Weltbuehne. Erst 2026 hatte Dublin ihr die Freedom of the City verliehen, die höchste Auszeichnung der Stadt. Sie wurde 1945 in Dublin geboren.
Frickers Werk steht für eine Generation irischer Darstellerinnen, deren Karrieren nicht allein auf nationale Stoffe begrenzt blieben. Ihre bekanntesten Rollen reichen von sozialrealistischem Drama bis zum amerikanischen Mainstreamkino. Dass sie in beiden Bereichen glaubwuerdig wirkte, beruhte weniger auf Starinszenierung als auf der Faehigkeit, selbst kurzen Auftritten eine eigene biografische Tiefe zu geben.
Quellen
- Associated Press
- ITV News
- Euronews