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Aktuell · 03.07.2026 16:45

Paketbombe in Monaco: Ermittlungen wegen versuchten Mordes – rote Interpol-Notiz gegen Verdächtige

Nach der Explosion eines im Hausflur abgelegten Pakets in Monaco wurden drei Menschen verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes; nach einer 39-jährigen Ukrainerin wird international mit einer roten Interpol-Notiz gefahndet.

Monaco – 03.07.2026: In der Nacht zum Dienstag hat die Explosion eines im Flur eines Wohnhauses abgelegten Pakets in Monaco drei Menschen verletzt und eine groß angelegte Fahndung ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft des Fürstentums leitet ein Verfahren wegen versuchten Mordes, ein terroristischer Hintergrund wird derzeit nicht angenommen. Nach Angaben der Ermittler deutet die Spurenlage auf eine gezielte Tat hin.

Im Fokus steht eine 39-jährige Frau, nach der international gefahndet wird. Ausgewertete Videoaufnahmen und Zeugenaussagen legen nahe, dass sich die Verdächtige vor der Tat als Mann verkleidet, den Eingangsbereich mehrfach auskundschaftet und das präparierte Paket schließlich abgelegt haben soll. Die monegassischen Behörden veröffentlichten keine Namen von Opfern. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, mutmaßliches Ziel sei der in Monaco ansässige Geschäftsmann Vadim Ermolaev gewesen. Diese Angabe ist offiziell nicht bestätigt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau Monaco kurz nach der Tat über Frankreich verlassen hat. Auf Ersuchen der monegassischen Justiz veranlasste Interpol eine sogenannte rote Notiz, um Polizeidienststellen weltweit auf die Verdächtige aufmerksam zu machen und ihre Festnahme zur Auslieferung zu ermöglichen. Die Behörden schließen nicht aus, dass die Tat mit Unterstützung erfolgt sein könnte; nach möglichen Komplizen wird gesucht.

Über Motiv und Hintergründe liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. In Medienberichten wird auf frühere Sanktionsmaßnahmen ukrainischer Stellen gegen Ermolaev verwiesen, die in Zusammenhang mit wirtschaftlichen Aktivitäten auf der von Russland annektierten Krim stehen sollen. Die monegassische Justiz betont, sie prüfe alle Hinweise, äußert sich aber nicht zu unbestätigten Angaben.

Der Anschlag ereignete sich in einem Wohnviertel nahe der französischen Grenze. Aufgrund des möglichen Fluchtwegs arbeiten die Direction de la sûreté publique de Monaco, französische Polizeidienste und internationale Partner eng zusammen. Unterstützt werden die Ermittlungen durch forensische Analysen, die Auswertung von Verkehrs- und Überwachungskameras sowie Abgleiche von Reisebewegungen. Nach Behördenangaben befindet sich der Zustand der Verletzten stabil; nähere Details werden aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht genannt.

Die Staatsanwaltschaft kündigte weitere Schritte an, um Identität, Tatablauf und Beschaffung der Sprengvorrichtung zu klären. Ermittler sichern Spuren am Tatort und prüfen, ob ähnliche Vorgehensweisen in anderen Fällen registriert wurden. Hinweise aus der Bevölkerung sollen zentral bei den monegassischen und französischen Dienststellen zusammenlaufen. Bis auf Weiteres bitten die Behörden, Spekulationen zu vermeiden und auf offizielle Verlautbarungen zu achten.

Quellen

  • franceinfo
  • Euronews
  • TF1 Info
  • Al Jazeera (Medienberichte)
  • Interpol (Presseangaben)

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