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Aktuell · 01.07.2026 00:26

Paketbombe in Monaco verletzt ukrainischen Multimillionär und Familienmitglieder

Im Zentrum Monacos detonierte am Abend des 29. Juni ein Sprengsatz in einem Paket. Ein in Monaco lebender ukrainischer Geschäftsmann, seine Frau und ihr Sohn wurden schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes,…

Monaco – 30.06.2026: In der Abenddämmerung des 29. Juni hat eine Explosion den Eingangsbereich eines Wohnhauses im Zentrum des Fürstentums erschüttert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Sprengsatz in einem Paket verborgen und wurde im Hausflur deponiert. Bilder vom Tatort zeigen zersplitterte Scheiben, verrußte Wände und großräumige Absperrungen, während Einsatzkräfte den Bereich sicherten. Die Justiz leitete umgehend ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes ein.

Unter den Schwerverletzten ist nach übereinstimmenden Medienberichten der in Monaco lebende ukrainische Geschäftsmann Vadim Ermolaev. Er, seine Ehefrau und ihr jugendlicher Sohn waren demnach auf dem Heimweg, als die Vorrichtung detonierte. Der Mann und der Sohn sollen sich in ernstem Zustand befinden; die Mutter erlitt schwere Verletzungen an den Beinen und wurde auf der Intensivstation versorgt. Offizielle Stellen nannten zunächst keine Namen und verwiesen auf den Schutz der Privatsphäre der Betroffenen.

Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault erklärte, Videoaufnahmen zeigten einen Verdächtigen, der das Paket abgelegt und anschließend zu Fuß die Flucht ergriffen habe. Eine Einordnung als Terroranschlag werde gegenwärtig nicht vorgenommen. Ermittler werten Spuren am Sprengsatz, mögliche DNA- und Faserspuren sowie Bewegungsprofile in der Umgebung aus. Französische und monegassische Polizeibehörden arbeiten eng zusammen; die Zusammenarbeit umfasst laut Behördenangaben Grenzüberwachung, Auswertung von Kameradaten und ballistische Analysen.

Der Fall sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil der Name Ermolaev in der Vergangenheit in Berichten über Wirtschaftsaktivitäten und Sanktionslisten auftauchte. Die Strafverfolgungsbehörden betonen jedoch, dass Motivlagen derzeit offen seien. Ob es sich um eine gezielte persönliche Tat, einen geschäftlichen Hintergrund oder eine Einschüchterungsaktion handelt, ist nach offizieller Darstellung ungeklärt. Hinweise auf mutmaßliche Auftraggeber oder Komplizen liegen bislang nicht öffentlich vor.

Monaco gilt als sehr sicheres Umfeld mit enger Videoüberwachung und hoher Polizeipräsenz; ein Sprengstoffanschlag in einem Wohnhaus ist dort außergewöhnlich. Sprengstoffexperten der Feuerwehr sicherten den Tatort, während forensische Teams Materialreste katalogisierten und den möglichen Zündmechanismus untersuchten. Die Behörden riefen Anwohner und Passanten, die am 29. Juni am Abend im betreffenden Viertel unterwegs waren, auf, Beobachtungen zu melden. Auch Privatvideoaufnahmen aus Garagen oder Hauseingängen sollen geprüft werden, um den Fluchtweg des Täters nachzuzeichnen.

Die Staatsanwaltschaft kündigte weitere Informationen an, sobald die Identifizierung des Verdächtigen belastbar sei. Bis dahin bitten die Ermittler um Zurückhaltung bei Spekulationen. Für die Bewohner des Hauses wurde zwischenzeitlich psychosoziale Betreuung organisiert. Hinweise nimmt die monegassische Polizei entgegen; bei akuter Gefahr warnen die Behörden ausdrücklich davor, verdächtige Sendungen zu öffnen.

Quellen

  • Le Monde
  • Associated Press
  • Euronews
  • The Guardian
  • Franceinfo

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