Tag & Nacht

Nach dem Wahlsieg des Neuen Volksfront, der am Sonntagabend die Mehrheit bei den Parlamentswahlen gewann, stellen sich die Wähler viele Fragen. In einer Fabrik in der Gironde befürworten die meisten Mitarbeiter die von der linken Bewegung vorgeschlagenen Maßnahmen, sind sich jedoch unsicher, ob diese tatsächlich umgesetzt werden können.

Ein neues Kapitel beginnt

Am Tag nach den Wahlen stehen mehrere Maßnahmen zur Entscheidung an, die in den nächsten Wochen festgelegt werden sollen. Eine der am meisten diskutierten Maßnahmen in einer Fabrik in der Gironde ist der Vorschlag des Neuen Volksfront, den Mindestlohn auf 1.600 Euro netto pro Monat zu erhöhen. „Das wäre gut, solange die Preise für Grundnahrungsmittel nicht im gleichen Maße steigen“, meint eine Mitarbeiterin.

Was sagen die Unternehmen?

Die Direktorin der Fabrik ist ebenfalls nicht grundsätzlich gegen die Erhöhung der niedrigen Löhne, weist jedoch darauf hin, dass dies für das Unternehmen sehr teuer werden könnte. „Momentan denken wir mehr daran, unser Personal zu stabilisieren, als neue Mitarbeiter einzustellen. Wenn wir die Löhne jetzt erhöhen müssen, könnten wir über Kurzarbeit oder Entlassungen sprechen müssen“, erklärt Véronique Gasciolli, Präsidentin von Aboral Piscines, gegenüber dem Sender France 2. Sollte der nächste Premierminister von der Linken gestellt werden, plant die Neue Volksfront, diese Maßnahme per Dekret sofort durchzusetzen.

Reform der Renten: Ein heißes Eisen

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema ist die Rücknahme der Rentenreform, was von Gewerkschaften wie der CGT unterstützt wird. Die Abschaffung dieser Reform könnte viele Menschen aufatmen lassen, doch auch hier stellt sich die Frage nach den finanziellen Auswirkungen und der praktischen Umsetzung.

Stimmen aus der Belegschaft

Die Meinungen in der Belegschaft sind gespalten. Ein Teil der Mitarbeiter sieht die Erhöhung des Mindestlohns als dringend notwendig an, um der steigenden Lebenshaltungskosten Herr zu werden. Andere hingegen befürchten, dass die Unternehmen die Kosten auf die Preise ihrer Produkte abwälzen könnten, was letztlich zu einer höheren Inflation führen würde.

Ein Balanceakt zwischen Sozialem und Wirtschaftlichem

Die Maßnahmen der Neuen Volksfront könnten, wenn sie umgesetzt werden, ein Zeichen setzen – ein Balanceakt zwischen sozialen Verbesserungen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Dabei wird es darauf ankommen, wie die Regierung die Unternehmen dabei unterstützt, solche Veränderungen zu stemmen, ohne dass es zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit kommt.

Die nächsten Wochen und Monte werden entscheidend sein für die Umsetzung der Vorschläge der Neuen Volksfront. Werden das Linksbündnis in der Lage sein, seine Versprechen zu halten, ohne die Wirtschaft zu stark zu belasten? Oder werden die Kosten am Ende auf die Arbeitnehmer abgewälzt? Die Zeit wird es zeigen – und die Wähler werden genau hinschauen.


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