Aktuell · 12.07.2026 03:06
Passagier bei Ryanair-Flug teilweise aus Fenster gedrückt
Kurz nach dem Start von Thessaloniki nach Memmingen löste sich an einer Ryanair-Maschine ein Kabinenfenster. Mitreisende hielten einen verletzten Mann fest, das Flugzeug kehrte sicher nach Griechenland zurück.
Thessaloniki – 11.07.2026: Am Morgen nach dem Start vom Flughafen Thessaloniki ist ein Passagier eines Ryanair-Flugs teilweise durch ein beschädigtes Kabinenfenster nach außen gedrückt worden. Andere Reisende hielten ihn fest und zogen ihn zurück in die Maschine. Die Boeing 737-800 kehrte anschließend um und landete sicher wieder in Griechenland.
Der Flug war auf dem Weg nach Memmingen in Bayern. Nach Angaben der Fluggesellschaft, die den Flug über ihre Tochter Malta Air durchführte, hatte sich ein Passagierfenster kurz nach dem Abflug während des Flugs gelöst. Die Besatzung brach den Flug ab. Die Reisenden kehrten nach der Landung zunächst ins Terminal zurück.
Nach übereinstimmenden Berichten hörten Menschen an Bord einen lauten Knall. Sauerstoffmasken fielen aus den Fächern über den Sitzen, die Maschine ging rasch auf eine niedrigere Flughöhe. Ein Mann am Fensterplatz sei mit Kopf, Hals und Schultern nach außen geraten. Seine angeschnallte Position und das Eingreifen anderer Passagiere verhinderten offenbar Schlimmeres.
Der 61 Jahre alte, namentlich nicht genannte Passagier wurde nach Angaben aus einem Krankenhaus in Thessaloniki wegen Verletzungen an Hals und Schulter sowie Abschürfungen medizinisch versorgt. Ryanair bestätigte, dass ein Fluggast am Boden Hilfe erhalten habe. Ob der Mann am Samstag noch in Behandlung war, blieb zunächst offen.
Unklar ist weiter, weshalb sich das Fenster löste. Berichte über ein mögliches Problem am rechten Triebwerk und eine Druckentweichung in der Kabine werden untersucht; eine abschließende technische Ursache wurde nicht offiziell genannt. Nach internationalen Regeln soll die Unfalluntersuchungsstelle Nordmazedoniens die Ermittlungen führen, weil sich der Vorfall nach ersten Angaben in ihrem Luftraum ereignete. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB erklärte ihre Bereitschaft zur Unterstützung.
Flugdaten zufolge stieg die Maschine zunächst auf mehr als 4.500 Meter, sank dann auf rund 1.800 Meter und kehrte etwa eine Stunde nach dem Abflug nach Thessaloniki zurück. Ryanair setzte für die Weiterreise nach Memmingen ein Ersatzflugzeug ein. Die betroffene Maschine blieb für die technischen Untersuchungen am Boden.
Für die Menschen an Bord muss die Situation in wenigen Sekunden aus einem Routineflug einen Ausnahmezustand gemacht haben. Der Fall zeigt zugleich, wie entscheidend Sicherheitsgurte auch außerhalb von Start und Landung sein können. Über Verantwortung, Wartung und mögliche technische Mängel lässt sich vor Abschluss der Untersuchung noch nichts Belastbares sagen.
Quellen
- Associated Press
- Reuters
- Ryanair
- National Transportation Safety Board