Alle Artikel · 03.04.2022 10:35
Polen kritisiert Frankreich und Deutschland wegen zu großer Nähe zu Russland
Der stellvertretende polnische Ministerpräsident hat in einem am Sonntag veröffentlichten Interview Frankreich und Deutschland vorgeworfen, zu enge Beziehungen zu Russland zu unterhalten. "Deutschland ist ebenso wie Frankreich stark auf Moskau fixiert", sagte Jaroslaw Kaczynski,...
Der stellvertretende polnische Ministerpräsident hat in einem am Sonntag veröffentlichten Interview Frankreich und Deutschland vorgeworfen, zu enge Beziehungen zu Russland zu unterhalten.
"Deutschland ist ebenso wie Frankreich stark auf Moskau fixiert", sagte Jaroslaw Kaczynski, der auch Vorsitzender der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ist, in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung Die Welt.
"Über Jahre hinweg wollte die deutsche Regierung nicht sehen, was Russland unter der Führung von Putin tut, und das Ergebnis erleben wir heute", sagte Kaczynski. "Polen ist nicht zufrieden mit der Rolle Deutschlands in Europa", fügte er hinzu.
Der stellvertretende polnische Ministerpräsident verurteilte Berlin vor allem dafür, dass es nicht genügend Waffen an die Ukraine liefert und sich weigert, ein Embargo zumindest für den Import von Öl aus Russland zu verhängen.
"Es ist wichtig zu wissen, dass Russland vier- bis fünfmal mehr Einnahmen aus dem Ölverkauf als aus dem Gasverkauf erzielt", sagte Kaczynski. "Wir können nicht dauerhaft eine Großmacht wie Russland unterstützen, indem wir ihr Milliarden zahlen".
Vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar importierte Deutschland 55 Prozent seines Erdgases aus Russland, die Hälfte seiner Kohle und etwa 35 Prozent seines Öls.
Auch Frankreichs Präsident Macron ist in der Vergangenheit wegen seines Verhältnisses zu Putin und des engen Kontakts zwischen beiden in die Kritik geraten. Sein Umgang mit dem russischen Präsidenten nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine war für manche politischen Beobachter ein wunder Punkt.
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Mittlerweile bereiten sich Frankreich und Deutschland auf eine Kürzung der russischen Gaslieferungen vor, sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Donnerstag. Putin hatte gedroht, Moskau werde denjenigen, die sich weigern, Energielieferungen in Rubel zu zahlen, den hahn zuzudrehen.