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Im jüngsten Bericht zur Pressefreiheit von Reporters sans frontières (RSF) für das Jahr 2024 verbessert sich Frankreich um drei Plätze und erreicht nun den 21. Rang weltweit. Trotz dieser positiven Entwicklung unterstreicht der Bericht, dass Staaten weltweit zunehmend versagen, den Journalismus zu schützen.

Frankreichs Verbesserung im Index ist ein Lichtblick in einem sonst düsteren globalen Szenario. Von Platz 24 im Jahr 2023 auf Platz 21 in 2024 zeigt sich, dass Frankreich Fortschritte gemacht hat, obwohl immer noch Herausforderungen bestehen. Diese Verbesserung könnte teilweise auf politische Anstrengungen zurückzuführen sein, die Pressefreiheit im Land nach einigen schwierigen Jahren zu stärken.

Globale Bedrohungen und Rückgänge

Der Bericht hebt hervor, dass politische Einflüsse weltweit die größte Bedrohung für die Pressefreiheit darstellen. Ein signifikanter Rückgang des politischen Indikators um 7,6 Punkte deutet darauf hin, dass immer mehr Staaten nicht in der Lage oder gewillt sind, unabhängigen und zuverlässigen Journalismus zu garantieren. Kritik gibt es auch an der Instrumentalisierung der Medien durch einige Regierungen, was die Autonomie und den Respekt vor der medialen Unabhängigkeit weiter untergräbt.

Die Spitzenreiter und die Schlusslichter

Norwegen behauptet sich zum achten Mal in Folge an der Spitze des Rankings, gefolgt von Dänemark und Schweden. Diese Länder gelten weiterhin als Bastionen der Pressefreiheit, obwohl auch sie in diesem Jahr einen leichten Rückgang verzeichnen mussten. Am anderen Ende der Skala stehen Afghanistan, Syrien und Eritrea, Länder, in denen die Lage für Journalisten besonders prekär ist. Diese Staaten haben die letzten Plätze von China, Vietnam und Nordkorea übernommen, was die sich verschlechternden Bedingungen in diesen Regionen unterstreicht.

Russlands „Kreuzzug gegen unabhängigen Journalismus“

Besonders beunruhigend ist laut RSF die Situation in Russland, das auf Platz 162 liegt und einen anhaltenden Kreuzzug gegen den unabhängigen Journalismus führt. Diese repressive Haltung hat auch Auswirkungen auf andere Länder wie Belarus, Georgien, Kirgisistan und Aserbaidschan, wo im Vorfeld von Wahlen Medien unter Druck gesetzt werden.

Die Lage in der Ukraine verbessert sich

Die Ukraine hat im Ranking 18 Plätze gut gemacht und steht nun auf Platz 61. Diese Verbesserung ist vor allem auf eine Verringerung der Zahl der getöteten Journalisten und eine Abnahme politischer Einmischungen zurückzuführen. Trotz des anhaltenden Kriegs mit Russland zeigt sich hier eine positive Entwicklung in den von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebieten.

Wahljahr 2024: Ein kritisches Jahr für die Pressefreiheit

RSF warnt vor den bevorstehenden Wahlen im Jahr 2024, in denen zwei Milliarden Menschen zur Wahlurne gebeten werden. Erfahrungen aus dem Vorjahr, besonders in Lateinamerika, zeigen, dass Wahljahre oft eine Zunahme von Übergriffen auf Journalisten mit sich bringen. Die neu gewählten Regierungen, wie die von Javier Milei in Argentinien, zeigen bereits Tendenzen, die Pressefreiheit einzuschränken, was zu einem erheblichen Rückfall im Ranking führt.

Die aktuelle Lage der Pressefreiheit bietet ein gemischtes Bild: Während einige Länder Fortschritte machen, verschärft sich die Situation in anderen. Die globale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, die Prinzipien der Pressefreiheit konsequenter zu verteidigen und umzusetzen, um Journalisten weltweit zu schützen.


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