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Aktuell · 09.07.2026 13:46

PS-Mitglieder entscheiden heute über Modus der Vorwahl für 2027

Die Sozialisten stimmen in einer Präsenzabstimmung zwischen einer offenen linken Vorwahl und einer geschlossenen parteiinternen Lösung ab. Das Ergebnis soll noch in der Nacht vorliegen.

Paris – 09.07.2026: Die Sozialistische Partei (PS) lässt ihre Mitglieder am Donnerstagabend über die Regeln zur Auswahl eines Präsidentschaftskandidaten für 2027 abstimmen. Zwischen 17 und 22 Uhr sind laut Parteizentrale Präsenzabstimmungen angesetzt, die Parteiführung kündigte eine Bekanntgabe der Entscheidung noch in der Nacht an. Der Votumstermin war nach internen Beratungen im Juni festgelegt worden und markiert den bislang sichtbarsten Schritt der Partei auf dem Weg zur Kandidatenkür.

Zur Abstimmung stehen zwei deutlich unterschiedliche Linien. Der Vorschlag des Ersten Sekretärs Olivier Faure sieht eine möglichst weit geöffnete Vorwahl vor, an der neben PS-Mitgliedern auch Verbündete aus dem linken Lager sowie registrierte Sympathisanten teilnehmen könnten. Ziel wäre es, einen gemeinsamen Bewerber der Linken zu ermitteln und damit die Mobilisierung vor dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl 2027 zu erhöhen. Befürworter verweisen auf frühere französische Vorwahlformate, die durch eine breite Teilnahme Sichtbarkeit und Legitimation schufen.

Demgegenüber plädiert ein parteiinterner Flügel um Persönlichkeiten wie Boris Vallaud für ein enger gefasstes Verfahren. Dieses sähe eine geschlossene Abstimmung vor, beschränkt auf PS-Mitglieder und eng verbündete Formationen. Die Kritiker einer Öffnung warnen vor externen Einflüssen auf programmatische Entscheidungen und vor der Verwässerung sozialdemokratischer Positionen. Aus ihrem Umfeld heißt es, die Partei müsse zunächst ihre Linie schärfen und organisatorische Stabilität sichern, bevor über weitergehende Bündnisse entschieden werde.

Der Richtungsstreit hat die Partei seit Wochen beschäftigt und spiegelte sich in Debatten des Conseil national sowie in programmatischen Vorarbeiten wider, an denen auch Europaabgeordnete wie Chloé Ridel beteiligt waren. Ungeklärt blieb bislang, wie eng oder weit ein potenzielles Bündnis mit Kräften wie Place publique und den Écologistes gefasst würde. Beobachter sehen in der Entscheidung daher mehr als eine bloße Verfahrensfrage: Das Ergebnis dürfte das Kräfteverhältnis im PS abbilden und Signale an mögliche Partner senden, die ihre Kooperationsbereitschaft vom gewählten Modus abhängig machen könnten.

Praktisch legt der heutige Entscheid den Fahrplan für die kommenden Monate fest. Je nach Ausgang könnte der PS entweder in Verhandlungen über eine gemeinsame Vorwahl der linken Familie eintreten oder zügig ein parteiinternes Auswahlverfahren terminieren. In beiden Fällen dürfte die Debatte über potenzielle Kandidaturen an Fahrt gewinnen, ebenso die Klärung von Programmbausteinen zu Wirtschaft, Klima, öffentlicher Daseinsvorsorge und Europa. Für den PS steht damit nicht nur die Methode der Nominierung auf dem Spiel, sondern auch die Frage, wie geschlossen er in den Präsidentschaftswahlkampf 2027 startet.

Quellen

  • Franceinfo (RSS)
  • Le Monde
  • LCP
  • Le Parisien
  • Parti socialiste (offizielle Mitteilung)

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