À la une · 20.04.2023 06:21
Rechte von Menschen mit Behinderungen: Frankreich vom Europarat heftig kritisiert
Frankreich wurde vom Europarat wegen seiner Versäumnisse im Zusammenhang mit der Behindertenproblematik heftig kritisiert. Seine Politik stehe nicht im Einklang mit der Europäischen Sozialcharta. Das sagt der Europäische Ausschusses für soziale Rechte (EASR): Frankreich...
Frankreich wurde vom Europarat wegen seiner Versäumnisse im Zusammenhang mit der Behindertenproblematik heftig kritisiert. Seine Politik stehe nicht im Einklang mit der Europäischen Sozialcharta.
Das sagt der Europäische Ausschusses für soziale Rechte (EASR): Frankreich "verletzt" die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Laut dem Europarat steht Frankreich nicht im Einklang mit der Europäischen Sozialcharta und respektiert nicht die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Diese Schlussfolgerungen basieren auf mehreren Kriterien: Die Institution hat die Zugänglichkeit von Gebäuden oder auch den Schulbesuch von Kindern mit Behinderungen genau analysiert. Da Urteil ist verheerend: In Frankreich besteht ein Mangel an Plätzen in Betreuungseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen, eine unzureichende finanzielle Unterstützung und auch auf den schwierigen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln wird verwiesen.
Frankreich steht im Visier des Europarats, weil 2018 eine Beschwerde von vier Verbänden eingereicht worden war: Unapei, APF France handicap, Unafam und FNATH. "Wir sind stolz darauf, dass unsere Arbeit endlich zu einem Erfolg führt! Dies ist eine Anerkennung der Verletzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen, die dank unserer Aktionen und unserer Entschlossenheit, möglich wurde", erwähnen Pascale Ribes, Präsidentin von APF France handicap, Sophie Crabette, stellvertretende Generalsekretärin der FNATH, Marie-Jeanne Richard, Präsidentin der Unafam, und Luc Gateau, Präsident der Unapei, in einer gemeinsamen Erklärung. "Wir können jedoch nicht zufrieden sein, da es sich um eine Anerkennung der Versäumnisse des französischen Staates handelt, Menschen mit Behinderungen und ihren Familien ein würdiges und selbst gewähltes Leben zu gewährleisten".
Die Verbände fordern daher, dass die Empfehlungen des EASR "unverzüglich in kohärente, koordinierte und quantifizierte öffentliche Politiken umgesetzt werden, damit die Rechte von Menschen mit Behinderungen endlich respektiert werden: in den Bereichen Begleitung, Ressourcen und Ausgleichszahlungen, Zugänglichkeit, Gesundheit, Bildung und Sozialschutz".