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Aktuell · 17.07.2026 15:45

Rencontres d’Arles: Amerikanische Perspektiven und große Namen der Fotografie

Die 57. Rencontres d'Arles laufen noch bis zum 4. Oktober. Das Fotofestival verbindet historische Positionen mit neuen künstlerischen Blicken, darunter Arbeiten der US-Fotografin Ming Smith und eine Auseinandersetzung mit Edward Steichen.

Arles – 17.07.2026: Die 57. Rencontres d'Arles rücken bis zum 4. Oktober die Fotografie als Mittel der Erinnerung, der gesellschaftlichen Beobachtung und der künstlerischen Recherche in den Mittelpunkt. Das diesjährige Programm trägt den Titel "Welten neu lesen" und vereint Ausstellungen zu afrikanischen und mediterranen Räumen, zu Archiven sowie zu neuen fotografischen Positionen. Zugleich erhalten prägende Stimmen der amerikanischen Fotografie besondere Aufmerksamkeit.

Zu den herausragenden Einzelausstellungen zählt die Schau von Ming Smith. Die amerikanische Fotografin wird in Arles als bedeutende Vertreterin der Fotografie in den Vereinigten Staaten gewürdigt. Ihre über Jahrzehnte entstandenen Bilder verbinden persönliche Erfahrungen, urbane Szenen und eine experimentelle Bildsprache. Die Ausstellung stellt dabei auch Smiths langjährige Beziehung zu Europa heraus, deren Museen, Städte und fotografische Traditionen ihre Arbeit mitgeprägt haben.

Einen weiteren Zugang zur Geschichte der Fotografie eröffnet Lisa Oppenheim. Die Künstlerin arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie, Textil und floralen Kompositionen. In Arles setzt sie sich mit Edward Steichen auseinander, dem aus Luxemburg stammenden amerikanischen Fotografen und Ausstellungsmacher. Oppenheim nähert sich dieser einflussreichen Figur des 20. Jahrhunderts nicht als klassischer Rückblick, sondern mit einer subjektiven und abstrakten künstlerischen Deutung.

Historische Linien und aktuelle Fragestellungen verbindet auch die Ausstellung "Modèle animal – 200 Jahre Fotografie". Sie untersucht, wie Tiere seit den frühen Jahren des Mediums fotografiert, eingeordnet und für wissenschaftliche, ästhetische oder gesellschaftliche Zwecke dargestellt wurden. Damit erweitert das Festival den Blick über Porträt, Reportage und Kunstfotografie hinaus und fragt nach dem Verhältnis von Bild, Mensch und Lebewesen.

Die Rencontres d'Arles setzen in ihrer 2026er Ausgabe auf ein breites Spektrum von dokumentarischen Archiven, großen monografischen Ausstellungen und Arbeiten jüngerer Künstlerinnen und Künstler. Themen wie Identität, Geschichte, Repräsentation und das Verhältnis zur Umwelt ziehen sich durch die verschiedenen Projekte. Das Festival nutzt erneut zahlreiche Ausstellungsorte in Arles und der weiteren Region, wodurch Fotografie in unterschiedlichen architektonischen und kulturellen Kontexten erfahrbar wird.

Die aktuelle Ausgabe begann am 6. Juli und läuft über die sommerliche Eröffnungsphase hinaus bis Sonntag, den 4. Oktober 2026. Neben den Ausstellungen gehören Gespräche, Vermittlungsangebote und professionelle Begegnungen zum Programm. Für Besucherinnen und Besucher bietet Arles damit nicht nur einen Überblick über bekannte Namen der Fotogeschichte, sondern auch über neue Formen, mit denen Fotografie Gegenwart und Vergangenheit untersucht.

Quellen

  • Rencontres d'Arles: offizielle Ausgabe 2026
  • Rencontres d'Arles: offizielle Ausstellung zu Ming Smith
  • Rencontres d'Arles: offizielle Ausstellung zu Lisa Oppenheim
  • Franceinfo: Kulturbeitrag zu den Rencontres d'Arles

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