Alle Artikel · 09.02.2021 11:22
Rom: Museen und Restaurants haben wieder geöffnet, Italiener auf der Suche nach einem "normalen Leben".
Mit der Wiedereröffnung von Museen, Bars und Restaurants hofft die italienische Hauptstadt, einen notleidenden Wirtschaftszweig wiederzubeleben. Langsam aber sicher beginnt Rom wieder zu strahlen. An der Covid-Front herrscht in der Ewigen Stadt seit einer...
Mit der Wiedereröffnung von Museen, Bars und Restaurants hofft die italienische Hauptstadt, einen notleidenden Wirtschaftszweig wiederzubeleben.
Langsam aber sicher beginnt Rom wieder zu strahlen. An der Covid-Front herrscht in der Ewigen Stadt seit einer Woche nur noch gelber Alarm (wie auch in 17 der 20 Regionen Italiens), was gleichbedeutend ist mit einem mäßigen Gesundheitsrisiko und einer deutlichen Lockerung der Eindämmungsvorschriften. Die öffentlichen Museen und archäologischen Parks der Stadt durften also nach mehr als zweieinhalb Monaten Zwangsschlaf wieder ihre Türen öffnen.
In Rom ist der Enthusiasmus der Menschen zwar intakt, aber der Aufschwung ist ein wenig ungleichmäßig. Während die berühmten Vatikanischen Museen bekannt gegeben haben, dass sie in der ersten Woche bereits mehr als 6.000 Besucher empfangen haben, scheint sich das Kolosseum hingegen langsamer zu erholen.
"Wir waren vielleicht zwanzig oder so drinnen. Es ist sowohl unglaublich als auch beunruhigend für uns, die wir es gewohnt sind, es immer überfüllt zu sehen", sagte ein italienisches Touristenpaar, als sie das Kolosseum verließen. Mit rund 2.000 Eintritten in der vergangenen Woche zeigt sich das Management "zufrieden", hofft aber auf möglichst baldiges grünes Licht der Behörden für die Öffnung am Wochenende, um den Aufschwung ein wenig anzukurbeln.
Wenig ausländische Touristen
Die Einschränkungen für Bars und Restaurants wurden ebenfalls aufgehoben und sie können nun Kunden täglich bis 18 Uhr bedienen. "Es schmeckt ein bisschen wie die Rückkehr zur Normalität", schwärmte ein römischer Spaziergänger und freute sich, dass die Terrassen der Restaurants in seinem Viertel sich wieder beleben. Ein Gefühl der Normalität, das die Bewohner Italiens um nichts in der Welt missen möchten.
Dank des besonders milden Wetters gingen dieses Wochenende laut einer Umfrage 7 von 10 Italienern zum Mittagessen in ein Restaurant. In Rom, vom Stadtzentrum bis zur Küste von Ostia, waren die Straßen überfüllt. Das brachte die örtlichen Gesundheitsbehörden ins Schwitzen: "Wir müssen vorsichtig sein, sonst werden wir zu strengeren Maßnahmen zurückkehren müssen", warnte der regionale Gesundheitsbeauftragte Alessio D'Amato.
Die Restaurantbesitzer atmen auf. Allein in der italienischen Hauptstadt lägen die Einnahmen allein für den Samstag bei rund sieben Millionen Euro. "Wir sind sicherlich eine der am meisten betroffenen Branchen in dieser Krise. Also wieder zu öffnen und zu sehen, dass die Leute zurückkommen, ist ein echter Grund zur Hoffnung", sagt der Besitzer einer Osteria im Herzen der italienischen Hauptstadt.
Aber es ist noch lange nicht genug, sagt er: "Es gibt derzeit immer noch sehr wenige ausländische Touristen und wegen des Reiseverbots zwischen den Regionen bleibt auch unsere italienische Kundschaft sehr begrenzt".
Zumal die Bedrohung durch das Virus noch immer über wie ein Damoklesschwert über ihrer Branche schwebt: "Wenn die Kontamination zunimmt und wir in die orangefarbene Zone zurückkehren, werden wir wieder schließen müssen. Im Moment nehmen wir, was es zu nehmen gibt, und wir leben ein bisschen von Tag zu Tag", erzählt zwischen zwei Bestellungen ein anderer Gastronom.