Tag & Nacht

Die Spannung vor den Europawahlen 2024 ist in Frankreich deutlich zu spüren, besonders nachdem Premierminister Gabriel Attal und Jordan Bardella, Chef und Spitzenkandidat des rechtspopulistischen Rassemblement National, in einem intensiven TV-Duell aufeinander trafen. Am Donnerstag, dem 23. Mai, ab 20:15 Uhr, stellten sich der Premierminister und der Spitzenkandidat des Rassemblement National (RN) auf dem Sender France 2 den Fragen der Jpurnalistin Caroline Roux.

Moralische Verstrickungen mit Russland?

Attal lässt keinen Zweifel daran, dass er den RN weiterhin als verlängerten Arm Russlands sieht. „Sie haben vielleicht Ihre Schulden zurückgezahlt, aber Sie haben einen moralischen Vertrag mit ihnen“, wirft er Bardella vor. Dieser kontert schlagfertig: „Es war nicht Marine Le Pen, die damals Wladimir Putin in Brégançon empfangen hat, sondern Emmanuel Macron.“ Ein Schlagabtausch, der die Zuschauer in Atem hält. Sind die gegenseitigen Anschuldigungen nur politisches Theater oder steckt mehr dahinter?

Ein „Ja oder Nein“ zur massiven Einwanderung

Das Thema Einwanderung brennt Bardella unter den Nägeln. „Herr Attal, Sie haben alle Rekorde bei der Einwanderung gebrochen“, klagt er an und verspricht eine „menschenwürdige, aber viel strengere Politik“. Attal bleibt unbeeindruckt: „Es ist für mich eine Ehre, in dieser Frage nicht mit Ihnen übereinzustimmen.“ Eine klare Frontstellung – doch welche Vision überzeugt am Ende die Wähler?

Umweltpolitik: Realistisch oder utopisch?

Die Ökopolitik ist ein weiterer Zankapfel. Attal hebt hervor, dass die EU bei der ökologischen Planung führend ist und diesen Vorsprung ausbauen sollte. Bardella hingegen bezeichnet die Umweltziele der Regierung als unrealistisch. Wer hat die besseren Argumente? Und wer entscheidet letztlich darüber, wie ehrgeizig die Umweltziele der EU sein sollen?

Der Nuklearstreit

„Sie haben unsere Nuklearpolitik geschwächt“, wirft Bardella dem Premierminister vor und spricht von einer „energetischen Abhängigkeit“. Attal verteidigt die Regierungspolitik: „Es ist eine Chance für Frankreich, Kernkraft zu haben, und wir werden weiterhin in diese Technik investieren.“ Ein klassischer Disput um die Energieressourcen des Landes. Aber wie sieht die Zukunft wirklich aus?

Nationale Priorität bei öffentlichen Aufträgen?

Auch beim Zugang zu öffentlichen Aufträgen knirscht es. Bardella fordert die Priorisierung nationaler Unternehmen. Attal fragt zurück: „Wie lösen Sie das Problem der französischen Firmen, die in anderen europäischen Ländern öffentliche Aufträge haben und in Frankreich produzieren?“ Ein kniffliger Punkt, der die Herausforderungen der EU-Integration widerspiegelt.

Die weiteren Spitzenkandidaten im Gespräch

Nach diesem spannungsgeladenen Duell betraten vier weitere Spitzenkandidaten die Bühne. Manon Aubry (La France insoumise), François-Xavier Bellamy (Les Républicains), Marie Toussaint (Les Ecologistes) und Marion Maréchal (Reconquête) diskutierten über „Mehr oder weniger Europa?“. Jeder bringt seine eigene Vision mit – und so wird der Abend noch lange nachwirken.

Ein Politdrama in Echtzeit

Dieses Debatte war mehr als nur ein Wortgefecht. Sue zeigt die tiefen Gräben, aber auch die leidenschaftlichen Visionen, die Frankreichs Politiklandschaft prägen. Es bleibt spannend, welche Argumente letztlich das Rennen machen – und wie die Wähler am 9. Juni entscheiden werden. Haben Sie schon eine Wahl getroffen?


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