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Alle Artikel · 19.01.2026 06:29

Schüsse im Park von Alès – ein Toter, ein Schwerverletzter und viele offene Fragen

Ein ruhiger Sonntagmittag hat im Süden Frankreichs ein abruptes Ende gefunden. In Alès ist es am 18. Januar zu einer tödlichen Schießerei gekommen, mitten in einem Viertel, das seit Jahren mit Gewalt und Drogenhandel...

Ein ruhiger Sonntagmittag hat im Süden Frankreichs ein abruptes Ende gefunden. In Alès ist es am 18. Januar zu einer tödlichen Schießerei gekommen, mitten in einem Viertel, das seit Jahren mit Gewalt und Drogenhandel ringt. Ein 54-jähriger Mann kam ums Leben, ein 31-Jähriger wurde schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und versuchten Mordes in organisierter Bande.

Die Schüsse fielen gegen 11.45 Uhr in der Rue Molière, unweit eines Spielplatzes. Ein Ort, der harmlos klingt, fast idyllisch. Tatsächlich liegt er nahe eines bekannten Drogenumschlagplatzes im Quartier Près-Saint-Jean. Der tödlich getroffene Mann wurde rund 200 Meter vom Tatort entfernt aufgefunden. Die Verletzungen deuteten eindeutig auf Schusswaffen hin. Der zweite Mann lag in der Nähe, getroffen am Bein und am Oberkörper. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Ermittler nicht.

Augenzeugen berichteten von mehreren Tätern, die nach den Schüssen flüchteten. Am Tatort fanden sich Patronenhülsen, offenbar von einer schweren Waffe. Ob die Opfer gezielt ins Visier genommen wurden oder zufällig zwischen die Fronten gerieten, bleibt offen. Eine dieser Formulierungen, die nüchtern klingen und doch viel Unruhe in sich tragen.

Die beiden Männer waren der Polizei bereits bekannt. Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei unter Leitung der Staatsanwaltschaft des Parquet de Nîmes. Auch das ist kein Zufall, sondern Ausdruck der Schwere des Falls.

Près-Saint-Jean hat Erfahrung mit Gewalt. Erst Anfang Januar wurde dort ein 15-Jähriger bei einer Schießerei verletzt, wenige Meter von einer Schulkantine entfernt. Wieder Motorräder, wieder Schüsse, wieder Flucht. Für die Bewohner wirkt das längst wie ein düsteres Déjà-vu. Man zuckt zusammen, schaut sich um, geht schneller nach Hause. Normal ist das natürlich nicht.

Von Daniel Ivers

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