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Aktuell · 21.07.2026 19:16

Schulabbruch: 17-Jähriger findet über Schwimmausbildung neuen Weg

Ylann verließ mit 15 Jahren die Schule und konnte damals nicht schwimmen. Mit 17 bereitet er sich nun auf eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer vor. Der Fall verweist auf die Bedeutung praktischer Qualifizierungswege für Jugendliche…

Frankreich – 21.07.2026: Ylann ist 17 Jahre alt, hat die Schule bereits mit 15 verlassen und bereitet sich nun auf den Beruf des Rettungsschwimmers vor. Als er seine neue Ausbildung begann, konnte er nach Angaben von Franceinfo noch nicht schwimmen. Die Geschichte eines Jugendlichen, der außerhalb des klassischen Schulsystems einen Zugang zu Ausbildung und Beruf gefunden hat, wurde am Dienstag bekannt.

Der Fall zeigt zunächst, dass ein Schulabbruch nicht zwangsläufig in einen dauerhaften Ausschluss von beruflicher Qualifikation münden muss. Entscheidend war offenbar die Verbindung aus einer konkreten Tätigkeit, sportlicher Praxis und einem erreichbaren Berufsziel. Das Schwimmen bot Ylann einen Einstieg, der sich grundlegend von abstraktem Unterricht unterscheidet und unmittelbare Fortschritte sichtbar macht.

Der Beruf des Rettungsschwimmers verlangt allerdings weit mehr als sichere eigene Schwimmkenntnisse. Die Tätigkeit verbindet die Beaufsichtigung von Badebereichen mit Unfallprävention, Rettung und Erster Hilfe. Zugleich unterrichten Rettungsschwimmer Schwimmen und andere Wassersportarten. Damit handelt es sich um einen Beruf mit hoher Verantwortung für die Sicherheit der Badegäste und mit pädagogischem Auftrag.

Der übliche Weg zum staatlich anerkannten Titel führt über das Berufsbrevet BPJEPS in der Fachrichtung Wasseraktivitäten und Schwimmen. Die Ausbildung zum Sportpädagogen mit dieser Spezialisierung befähigt zum Einsatz etwa in kommunalen Schwimmbädern, an Stränden, auf Campingplätzen oder in Freizeiteinrichtungen. Vor dem Eintritt müssen Bewerber sportliche und rettungstechnische Anforderungen erfüllen; die Ausbildung selbst umfasst Theorie, Praxis und berufliche Einsatzphasen.

Für jüngere Bewerber kann auch das nationale Brevet für die Beaufsichtigung und Rettung im Wasser, BNSSA, ein erster Schritt sein. Die Prüfung steht ab 17 Jahren offen und setzt unter anderem einen Erste-Hilfe-Nachweis sowie sportliche Leistungsfähigkeit voraus. In öffentlichen Schwimmbädern erlaubt dieses Zertifikat jedoch grundsätzlich nur eine unterstützende Tätigkeit neben einem qualifizierten Rettungsschwimmer.

Ylanns Weg ist deshalb nicht nur eine individuelle Erfolgsgeschichte. Er verweist auf die Rolle beruflicher Alternativen für Jugendliche, deren Verhältnis zur Schule früh abgerissen ist. Praktische Ausbildungsgänge können Motivation zurückgeben, wenn sie klare Anforderungen mit einer realistischen Beschäftigungsperspektive verbinden. Sie ersetzen schulische Grundlagen nicht, schaffen aber eine weitere institutionelle Brücke zwischen Jugendalter und Arbeitsmarkt.

Ob Ylann die vollständige Qualifikation bereits in den kommenden Monaten oder erst nach einer längeren Ausbildungsphase erlangt, wurde nicht näher präzisiert. Sicher ist jedoch: Der Weg vom Nichtschwimmer zur Ausbildung im Rettungswesen verlangt erhebliche technische Fortschritte, Ausdauer und verlässliche Begleitung. Gerade deshalb verdeutlicht sein Beispiel, wie wichtig zugängliche Nachqualifizierungen für schulmüde Jugendliche in Frankreich bleiben.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für Sport Frankreich
  • CREPS Centre-Val de Loire

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