Aktuell · 17.07.2026 18:31
Schwere Unwetter richten in Frankreich große Schäden an
Heftige Gewitter mit großem Hagel, Starkregen und Sturmböen haben am 16. Juli weite Teile Frankreichs getroffen. Zwei Menschen starben, Tausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom.
Saint-Étienne – 17.07.2026: Heftige Gewitter haben am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag in zahlreichen Regionen Frankreichs schwere Schäden verursacht. Große Hagelkörner, Starkregen und teils sehr starke Windböen trafen besonders Gebiete im Zentrum und Südosten des Landes. Nach Angaben von Météo-France wurden am 16. Juli landesweit mehr als 20.000 Blitzeinschläge registriert. Damit war es bislang der gewitterreichste Tag des Jahres 2026.
Die Unwetter forderten nach übereinstimmenden Berichten zwei Todesopfer. In der Haute-Vienne und im Département Isère kamen jeweils Menschen im Alter von etwa 30 Jahren ums Leben. Behörden und Rettungskräfte waren in mehreren Départements im Dauereinsatz, weil Straßen durch umgestürzte Bäume versperrt, Gebäude beschädigt und Stromleitungen beeinträchtigt worden waren.
Besonders stark betroffen war das Département Loire rund um Saint-Étienne. Im Norden der Stadt zog am Donnerstagabend ein kleinräumiges Unwetter durch, das von Feuerwehr und Wetterbeobachtern als tornadoartiges Ereignis beschrieben wurde. Innerhalb kurzer Zeit gingen dort rund 150 Notrufe beziehungsweise Einsatzmeldungen ein. Starke Böen, Hagel und heftiger Regen beschädigten Dächer, Fahrzeuge und Vegetation.
Auch die Stromversorgung wurde in Teilen der Region erheblich gestört. Nach Angaben der Präfektur Loire waren am frühen Freitagmorgen rund 8.000 Haushalte ohne Elektrizität. Energieversorger arbeiteten daran, die betroffenen Netze wiederherzustellen. In anderen Regionen meldeten Kommunen ebenfalls Schäden an Gebäuden, landwirtschaftlichen Flächen und Straßen.
Météo-France erklärte, dass die Gewitter am Donnerstag besonders intensiv ausfielen und die Lage am Freitag weiter aufmerksam beobachtet werden müsse. Vor allem in Bourgogne-Franche-Comté sowie im Südosten Frankreichs bestand erneut die Gefahr kräftiger Gewitterzellen. Erwartet wurden örtlich Hagel, hohe Niederschlagsmengen in kurzer Zeit und starke Windböen.
Die Gewitterserie hatte sich bereits am 15. Juli aufgebaut und dauerte bis in die Nacht zum 17. Juli an. Der Wetterdienst Météorage zählte in diesem Zeitraum mehr als 235.000 elektrische Entladungen über Frankreich, darunter mehr als 32.000 Blitzeinschläge zwischen Wolken und Boden. In einzelnen Gewitterzellen wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sieben Zentimetern gemeldet.
Für betroffene Gemeinden steht nun neben der Wiederherstellung der Stromversorgung die Schadensaufnahme im Mittelpunkt. Besonders Landwirte prüfen mögliche Verluste nach den Hagelschäden. Nach den jüngsten Unwettern bleibt die Wetterlage in mehreren Landesteilen angespannt. Einwohner sollen lokale Warnhinweise beachten und bei Gewitter nicht in gefährdeten Bereichen wie Wäldern, unter Bäumen oder nahe beschädigten Stromleitungen bleiben.
Quellen
- Météo-France
- Agence France-Presse über Boursorama
- Präfektur Loire über AFP-Berichterstattung
- Le Progrès