Aktuell · 03.07.2026 03:46
Schwerste Angriffe seit Monaten auf Kiew: Zelensky kündigt Vergeltung an
Bei massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kiew sind Dutzende Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Präsident Wolodymyr Zelensky versprach eine Antwort und warf Russland gezielte Angriffe auf Zivilisten vor.
Kiew – 03.07.2026: In der Nacht zu Donnerstag und am frühen Morgen ist die ukrainische Hauptstadt Kiew von einem der heftigsten russischen Raketen- und Drohnenangriffe seit Monaten getroffen worden. Rettungskräfte suchten stundenlang in eingestürzten Wohnhäusern nach Überlebenden, Feuerwehr und Zivilschutz löschten Brände und sicherten beschädigte Gebäude. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden zahlreiche Wohnkomplexe und zivil genutzte Einrichtungen zerstört oder schwer beschädigt; Strom- und Verkehrsverbindungen waren in mehreren Vierteln unterbrochen.
Die offizielle Opferzahl stieg im Tagesverlauf auf mehrere Dutzend Tote. Internationale Medien nannten unter Berufung auf ukrainische Stellen und Rettungsdienste zwischen 21 und 27 Todesopfer; Dutzende bis Hunderte Menschen wurden verletzt. Einsatzschwerpunkte lagen unter anderem im linksufrigen Stadtteil Darnyzkyj, wo Wohnblöcke und angrenzende Infrastruktur getroffen wurden. Die Suche nach Vermissten dauerte bis in den Abend hinein an.
Präsident Wolodymyr Zelensky besuchte betroffene Häuserzeilen und erklärte, die Ukraine werde auf die Angriffe reagieren. Er warf Russland vor, zivile Ziele anzugreifen, um die Gesellschaft zu zermürben. Das Präsidialamt kündigte an, Beweise für Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu dokumentieren und Partnerländer fortlaufend zu informieren. Gleichzeitig rief die Stadtverwaltung Anwohnerinnen und Anwohner auf, Schutzräume zu nutzen und sich auf weitere Luftalarme einzustellen.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, man habe militärische und sicherheitsrelevante Ziele in und um Kiew angegriffen, als Reaktion auf ukrainische Operationen auf russischem Territorium. Die ukrainischen Behörden wiesen dies zurück und betonten, dass Treffer vor allem Wohngebiete und Einrichtungen der Daseinsvorsorge betroffen hätten. In Teilen der Stadt kam es zu Ausfällen in der Energieversorgung und zu Störungen im öffentlichen Verkehr, Reparaturteams waren pausenlos im Einsatz.
International folgten rasch Reaktionen. Vertreterinnen und Vertreter der EU und der NATO verurteilten die Angriffe und bekräftigten ihre Unterstützung für die Ukraine. Mehrere Regierungen sagten zusätzliche humanitäre Hilfe zu, darunter medizinisches Material und Ausrüstung für Rettungskräfte. Hilfsorganisationen forderten sicheren Zugang zu den betroffenen Vierteln und verwiesen auf den Bedarf an Notunterkünften sowie psychologischer Betreuung für Evakuierte.
Die Ermittlungen zu den genauen Abläufen und der eingesetzten Munition dauern an. Offizielle Gesamtzahlen zu Toten und Verletzten könnten sich weiter ändern, da Trümmerfelder noch nicht vollständig durchsucht sind. Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf und kündigten an, Warnsysteme und Notfallpläne angesichts möglicher weiterer Luftangriffe eng mit internationalen Partnern abzustimmen.
Quellen
- Associated Press
- Euronews
- Al Jazeera
- TF1 Info
- Boursorama
- franceinfo