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Alle Artikel · 12.03.2025 06:15

Sensationelle Entdeckung: Gestohlener Teil der berühmten Tapisserie von Bayeux in Deutschland aufgetaucht

Ein lange verborgenes Fragment der weltberühmten Tapisserie von Bayeux wurde in Deutschland entdeckt – mehr als 80 Jahre nach seiner heimlichen Entwendung während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis. Für Historiker und Kunstexperten ist...

Ein lange verborgenes Fragment der weltberühmten Tapisserie von Bayeux wurde in Deutschland entdeckt – mehr als 80 Jahre nach seiner heimlichen Entwendung während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis. Für Historiker und Kunstexperten ist dies eine kleine Sensation. Doch wie konnte das wertvolle Stück so lange unbemerkt bleiben?

Die Tapisserie von Bayeux – ein begehrtes Kunstwerk

Die Tapisserie von Bayeux ist ein einzigartiges Meisterwerk romanischer Kunst. Auf fast 70 Metern Länge erzählt sie die Geschichte der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer im Jahr 1066. Ihre militärischen und historischen Darstellungen weckten während der Nazi-Zeit besonderes Interesse – nicht zuletzt, weil die Nationalsozialisten eine ideologische Verbindung zwischen den normannischen Eroberern und den von ihnen verehrten skandinavischen Kriegern sahen.

Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde die Tapisserie in Sicherheit gebracht. Doch als die Wehrmacht 1940 Frankreich besetzte, geriet das Kunstwerk unter deutsche Kontrolle. Offiziell sollte es von der Ahnenerbe, einer pseudo-wissenschaftlichen Organisation des Nazi-Regimes, untersucht werden. Tatsächlich hatte Hitler selbst Interesse an der Stickerei und ließ sie 1944 in das Louvre-Museum nach Paris verlegen. Ein Transport nach Deutschland konnte in letzter Minute verhindert werden – aber ein kleiner Teil der Tapisserie ging dennoch verloren.

Ein Archäologe mit krimineller Energie

Nun stellt sich heraus: Während der Wirren der letzten Kriegsmonate nutzte ein deutscher Archäologe die Gelegenheit, um heimlich ein Fragment der Tapisserie an sich zu nehmen. Karl Schlabow, Experte für Textilarchäologie und Mitglied des Nazi-Instituts Ahnenerbe, schnitt unauffällig kleine Stücke von der Innenseite der Tapisserie ab.

Sein Diebstahl blieb unentdeckt – bis heute.

Ein Fund in einer deutschen Familienvilla

Deutsche Forscher der Staatsarchive stießen kürzlich auf das verborgene Artefakt in der ehemaligen Villa von Schlabow. Das winzige Textilstück war zwischen Glasplatten konserviert und sorgfältig aufbewahrt worden. Offenbar hielt der Archäologe seinen Fund für zu wertvoll, um ihn jemals weiterzugeben.

Die Entdeckung sorgte für Aufsehen. „Das ist eine sensationelle Entdeckung!“, sagte Rainer Hering, Direktor der Staatsarchive, gegenüber deutschen Medien. Die französischen Behörden haben bereits Interesse an der Rückgabe signalisiert.

Rückgabe an Frankreich – aber viele Fragen bleiben

Das gestohlene Fragment soll nun nach Frankreich zurückkehren, doch eine entscheidende Frage bleibt: Gibt es möglicherweise noch weitere gestohlene Teile, die bislang unentdeckt sind?

Fakt ist: Die Nazis hatten ein enormes Interesse an der Tapisserie von Bayeux. Sie betrachteten sie als Beweis für eine angebliche „germanische“ Kriegskunst und nahmen sie deshalb in ihr ideologisches Weltbild auf. Schlabows Tat mag von persönlicher Sammelleidenschaft getrieben gewesen sein, doch sie reiht sich ein in eine lange Liste von Kunstrauben der Nazi-Zeit.

Was auch immer seine Beweggründe waren – sein kleines Geheimnis ist nun gelüftet. Und ein weiteres Stück Geschichte kehrt an seinen rechtmäßigen Platz zurück.

Von C. Hatty

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