Alle Artikel · 21.02.2023 08:19
Skiunfälle: Im Hôpital Sud in Grenoble ist die Lage in der Notaufnahme "katastrophal"
Im Gespräch mit France Bleu Isère warnt der Leiter der Notaufnahme Jean-Jacques Banihachémi vor einem Mangel an Plätzen, um verletzte Skifahrer zu versorgen. Das Krankenhaus Süd in Grenoble ist wegen der vielen Skiunfälle in...
Im Gespräch mit France Bleu Isère warnt der Leiter der Notaufnahme Jean-Jacques Banihachémi vor einem Mangel an Plätzen, um verletzte Skifahrer zu versorgen.
Das Krankenhaus Süd in Grenoble ist wegen der vielen Skiunfälle in diesen Winterferien überlastet. Die Situation ist "katastrophal", kritisiert der Leiter der Notaufnahme Jean-Jacques Banihachémi, am Montag, dem 20. Januar, gegenüber dem Radiosender France Bleu Isère. "Wir haben zwischen 80 und 100 Patienten pro Tag", berichtet der Arzt. Das Problem betrifft nicht nur die Aufnahme der Patienten, sondern auch die Möglichkeiten, sie gegebenenfalls operieren zu können. Am vergangenen Sonntag zum Beispiel mussten Patienten mit Knochenbrüchen, die einen chirurgischen Eingriff erforderten, nach Lyon verlegt werden. "Es gab keinen Platz mehr in der Region Grenoble, das ist katastrophal".
Die Skigebiete der Region sind in diesen Ferien voll ausgelastet, aber aufgrund der milden Temperaturen wird der Schnee schwer und auf den Pisten kommt es vermehrt zu Verletzungen. Der Notarzt Jean-Jacques Banihachémi sagt, dass es in dieser Saison "ziemlich beeindruckend ist, wie viele Schenkelhalsfrakturen bei jungen Menschen auftreten. Und das ist äußerst schwerwiegend, weil es sich um relativ schwere chirurgische Eingriffe handelt. Wir haben auch viele Kniefrakturen und die Zahl der Beinfrakturen nimmt zu. Bei den oberen Gliedmaßen überwiegen Schulter- und Handgelenksfrakturen".
Der Leiter der Notaufnahme empfiehlt dringend das Tragen eines Helms und eine gute körperliche Verfassung: "Achten Sie auf die Müdigkeit, die Unfälle passieren am Ende des Tages. Dann muss man auf seine Geschwindigkeit achten, sie ist ein sehr wichtiger Faktor bei Unfällen. Und schließlich sollte man ein Minimum an Kenntnissen über die Bergordnung haben, wie man Ski fährt und wer auf den Pisten Vorfahrt hat."