Frankreich · 26.06.2026 07:26
Solidays 2026: Hitzewelle bedroht Festival – Absage in letzter Minute möglich
Das Musik- und Solidaritätsfestival Solidays steht wenige Stunden vor dem geplanten Auftakt unter einem denkbar ungünstigen Stern. Die Veranstaltung, die vom 26. bis 28. Juni 2026 auf der Pferderennbahn Paris-Longchamp stattfinden soll, könnte aufgrund...
Das Musik- und Solidaritätsfestival Solidays steht wenige Stunden vor dem geplanten Auftakt unter einem denkbar ungünstigen Stern. Die Veranstaltung, die vom 26. bis 28. Juni 2026 auf der Pferderennbahn Paris-Longchamp stattfinden soll, könnte aufgrund der außergewöhnlichen Hitzewelle in der Region Île-de-France kurzfristig abgesagt werden. Eine endgültige Entscheidung lag am Freitagvormittag jedoch noch nicht vor.
Festivaldirektor Luc Barruet räumte ein, dass die Unsicherheit groß sei. Zwar liefen die Vorbereitungen auf dem Gelände unverändert weiter, doch die Organisatoren warteten auf die Bestätigung, dass die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen von den zuständigen Behörden akzeptiert werden. Nach seinen Worten gebe es allerdings berechtigte Zweifel, ob die Veranstaltung unter den extremen Wetterbedingungen stattfinden könne.
Die Sorge kommt nicht von ungefähr. Für das Wochenende werden in der Region Paris Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erwartet. Die anhaltende Hitzewelle belastet bereits das Gesundheitswesen und die Rettungsdienste erheblich. Vor diesem Hintergrund schließt die Pariser Polizeipräfektur eine kurzfristige Absage großer Freiluftveranstaltungen ausdrücklich nicht aus.
Betroffen wäre neben Solidays auch die für Samstag geplante Pride-Parade. Polizeipräfekt Patrice Faure erklärte, ein entsprechender Erlass sei möglich, falls die gesundheitlichen Risiken für Besucherinnen und Besucher zu hoch ausfallen. Ausschlaggebend bleibt die weitere Entwicklung der Wetterlage sowie die Einschätzung der interministeriellen Krisenstäbe und der Krankenhäuser.
Die Veranstalter hatten sich bereits frühzeitig auf die außergewöhnlichen Bedingungen eingestellt. Insgesamt wurden 150.000 zusätzliche Wasserflaschen bereitgestellt, zahlreiche Nebelduschen installiert und die Aufbauarbeiten so organisiert, dass sie möglichst nicht während der heißesten Tagesstunden stattfinden. Darüber hinaus wurden die Präventionsmaßnahmen für die erwarteten Zehntausenden Festivalgäste deutlich ausgeweitet.
Ob diese Vorkehrungen letztlich ausreichen, liegt jedoch nicht allein in den Händen der Organisatoren. Die Behörden müssen abwägen, ob das Risiko für die Besucher vertretbar bleibt oder ob eine Absage der sicherere Weg ist. Gerade bei Großveranstaltungen unter extremer Hitze besteht die Gefahr zahlreicher medizinischer Notfälle, die Rettungsdienste zusätzlich belasten könnten.
Für die Fans bedeutet das vorerst Geduld. Solidays ist derzeit weder offiziell bestätigt noch abgesagt. Auf dem Festivalgelände laufen die letzten Vorbereitungen weiter, während Veranstalter und Besucher gleichermaßen auf die Entscheidung der Behörden warten. Diese dürfte kurzfristig fallen und darüber entscheiden, ob eines der bekanntesten Musik- und Solidaritätsfestivals Frankreichs wie geplant seine Tore öffnen kann – oder ob die außergewöhnliche Hitzewelle dem Wochenende einen Strich durch die Rechnung macht.
Von C. Hatty