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Alle Artikel · 19.03.2025 06:14

Sparzwang in Lyon: Metropole muss 60 Millionen Euro einsparen

Die finanzielle Lage der französischen Kommunen spitzt sich zu. Um das Haushaltsdefizit des Landes zu senken, verlangt der Staat von den Regionen und Gemeinden drastische Sparmaßnahmen – insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Auch die Metropole...

Die finanzielle Lage der französischen Kommunen spitzt sich zu. Um das Haushaltsdefizit des Landes zu senken, verlangt der Staat von den Regionen und Gemeinden drastische Sparmaßnahmen – insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Auch die Metropole Lyon bleibt davon nicht verschont und musste nun einen rigorosen Sparkurs einschlagen.

Ein Haushaltsplan unter Druck

Lyon, mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern die größte Metropole Frankreichs nach Paris, verabschiedete am 17. März ein Budget von fast vier Milliarden Euro. Doch damit es aufgeht, mussten 60 Millionen Euro eingespart werden.

"Man kann es drehen und wenden, wie man will – was der Staat hier von den Kommunen verlangt, ist, einen Kreis ins Quadrat zu pressen", kommentierte ein Mitglied der linken Opposition die schwierige Haushaltslage. Die Einschnitte betreffen zahlreiche Bereiche: Kulturelle Subventionen sollen 2025 deutlich gekürzt oder sogar gestrichen werden, große männliche Sportvereine erhalten weniger Unterstützung und auch die kommunalen Angestellten sind betroffen.

Ein grüner Bürgermeister unter Druck

Für Bruno Bernard, den grünen Präsidenten der Metropole Lyon, ist die Situation brisant. "Die Sparmaßnahmen, die die Regierung von uns fordert, sind zu schnell und zu hart. Sie treffen uns mit voller Wucht – 60 Millionen Euro weniger von einem Tag auf den anderen, das ist enorm", betonte er. Als Reaktion darauf werde die Stadt künftig nicht mehr alle in den Ruhestand gehenden Mitarbeiter ersetzen.

"Es sind schwierige Entscheidungen, aber wir übernehmen dafür die Verantwortung."

Diese Maßnahmen könnten für Bernard und seine Partei jedoch politisch zum Problem werden. Die Opposition sieht die Kürzungen kritisch und nutzt die Situation für eigene Angriffe – insbesondere mit Blick auf die kommenden Wahlen.

Politische Spannungen um die Einsparungen

Die konservative Opposition hält die Priorisierung der Ausgaben für falsch. "Anstatt die öffentlichen Finanzen wirklich in den Griff zu bekommen, haben Sie sich für brutale Kürzungen entschieden", kritisierte Véronique Sarselli, die rechte Oppositionsführerin. Ihrer Meinung nach folge das Budget einer ideologischen Agenda, anstatt auf Effizienz und das Gemeinwohl zu setzen.

Letztlich blieb der Metropole jedoch keine Wahl – der Haushalt musste verabschiedet werden. Doch nicht nur Lyon steht vor harten Einsparungen, sondern Städte und Regionen in ganz Frankreich. Die Debatte darüber, wo und wie gekürzt werden soll, dürfte also weitergehen.

Von C. Hatty

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