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À la une · 15.07.2024 10:21

Strompreise: Regierung stoppt zum 1. August geplante Erhöhung

Eine geplante Erhöhung der Strompreise zum 1. August wird nicht umgesetzt. Dies betrifft rund 22 Millionen französische Haushalte und Unternehmen, die vom regulierten Stromtarif profitieren. Am 15. Juli verkündete die Commission de régulation de...

Eine geplante Erhöhung der Strompreise zum 1. August wird nicht umgesetzt. Dies betrifft rund 22 Millionen französische Haushalte und Unternehmen, die vom regulierten Stromtarif profitieren.

Am 15. Juli verkündete die Commission de régulation de l'énergie (CRE), dass die geplante Tarifanpassung um etwa 1% nicht durchgeführt wird. Diese Entscheidung erfolgte auf Initiative des Energieministers Roland Lescure, der die Veröffentlichung der entsprechenden Verordnungen im Journal officiel blockierte. Das bedeutet, dass die Regierung nun zwei Monate Zeit hat, um neue Beschlüsse zur Entwicklung des Tarifs für die Nutzung öffentlicher Stromnetze (Turpe) zu erarbeiten.

Hintergrund der Entscheidung

Wäre die jährliche Anpassung zum 1. August in Kraft getreten, hätten rund 22 Millionen Haushalte und Unternehmen in Frankreich eine Erhöhung ihrer Stromrechnung um etwa 1% erlebt. Diese Steigerung wäre im Vergleich zur jüngsten Erhöhung des Gaspreises um 11,7% im Juli relativ gering ausgefallen. Aber sie hätte in einem politisch höchst sensiblen Umfeld stattgefunden. Die Energiepreise Frankreichs sind seit Ende der COVID-19-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine regelrecht in die Höhe geschossen und haben die politischen Debatten während der letzten europäischen und nationalen Wahlen beeinflusst.

Turpe: Ein Drittel der Stromrechnung

Der Turpe, der etwa ein Drittel der Stromrechnung ausmacht, ist der Betrag, der die Betreiber der Stromtransport- und -verteilungsnetze (RTE und Enedis) für die Nutzung ihrer Netze entschädigt – vom Produktionsort bis zu den Zählern der Verbraucher. Obwohl dieser Tarif auf den Stromrechnungen aufgelistet erscheint, wird er tatsächlich von den jeweiligen Stromlieferanten an Enedis und RTE gezahlt.

Durch den Verzicht auf die Tarifanpassung vermeidet die Regierung eine zweite Strompreiserhöhung in diesem Jahr, nachdem bereits im Februar eine Anhebung von fast 10% stattfand. Diese Maßnahme war Teil der schrittweisen Abschaffung des teuren Preisdeckels für Strom, der während der Energiekrise eingeführt wurde.

Steueranpassungen und künftige Entwicklungen

Im Zuge der Energiekrise hatte die Regierung eine Steuer – die Verbrauchssteuer – auf ein Minimum reduziert, um die Haushalte zu entlasten. Der Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte damals versprochen, diese Steuer im Jahr 2024 nicht wieder zu erhöhen. Laut seinen Aussagen wird die nächste Preis- und Steueranpassung erst am 1. Februar 2025 stattfinden, was dann eine Rückkehr zur Situation vor der Einführung des Preisdeckels bedeutet.

Wirtschaftsminister Le Maire hat sogar eine bevorstehende Senkung der Stromrechnungen um 10 bis 15% bis Februar 2025 angekündigt, bedingt durch den deutlichen Rückgang der Großhandelspreise auf den Strommärkten. Die Regierung scheint entschlossen zu sein, die Haushalte in Zeiten hoher Energiepreise zu entlasten – was das Vertrauen der Verbraucher stärken soll.

Ein strategischer Schritt

Diese Entscheidung zeigt die sensible Balance, die die Regierung zwischen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und politischer Akzeptanz finden muss. Angesichts der unsicheren globalen Energiepolitik und den anhaltenden Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft bleibt die Energiepreisgestaltung ein zentrales politisches Thema.

In einer Zeit, in der viele Menschen durch steigende Lebenshaltungskosten belastet sind, wird die Regierung ihre Strategien ständig anpassen müssen, um sowohl die Wirtschaft zu stabilisieren als auch die Wähler zufrieden zu stellen. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickelt – und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um die Energiepreise unter Kontrolle zu halten.

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