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Aktuell · 17.07.2026 14:15

Stromtarife in Frankreich steigen zum 1. August um durchschnittlich 2,5 Prozent

Die regulierten Stromtarife für Privathaushalte in Frankreich sollen ab dem 1. August 2026 im Durchschnitt um 2,5 Prozent einschließlich Steuern steigen. Betroffen sind rund 19,37 Millionen Haushaltskunden.

Paris – 17.07.2026: Die regulierten Stromtarife für Privathaushalte in Frankreich sollen zum 1. August 2026 im Durchschnitt um 2,5 Prozent einschließlich Steuern steigen. Die französische Energieregulierungsbehörde CRE hatte diese Anpassung am 16. Juli vorgeschlagen; die Regierung folgt der Empfehlung. Die Erhöhung betrifft Haushalte, die weiterhin den staatlich geregelten Verkaufstarif für Strom beziehen.

Nach den jüngsten Zahlen der CRE waren Ende März 2026 in Frankreich auf dem Festland 19,37 Millionen private Stromanschlüsse diesem Tarif zugeordnet. Das entspricht 55,2 Prozent aller privaten Anschlüsse. Die Zahl zeigt zugleich, dass der regulierte Tarif trotz der Konkurrenzangebote auf dem Energiemarkt für mehr als die Hälfte der Haushalte weiterhin maßgeblich ist.

Die Anpassung fällt zum jährlichen Termin für die Entgelte der Stromnetze an. Diese Gebühren finanzieren den Transport und die Verteilung von Elektrizität und werden über die Rechnung an die Verbraucher weitergegeben. Die CRE verweist bei ihrer Berechnung unter anderem auf die Kostenentwicklung der Netzbetreiber sowie auf einen Ausgleich früherer Differenzen zwischen erwarteten und tatsächlich erzielten Netzeinnahmen.

Für Verbraucher bedeutet die Entscheidung keine einheitliche Erhöhung in Euro. Die konkrete Belastung hängt vom gewählten Tarifmodell, der vertraglich vereinbarten Leistung und dem individuellen Verbrauch ab. Medienberichte beziffern die durchschnittliche Mehrbelastung für betroffene Haushalte auf etwa 26 Euro pro Jahr. Dieser Richtwert kann bei einzelnen Rechnungen deutlich abweichen.

Betroffen sind vor allem Kunden des sogenannten blauen Tarifs von EDF sowie Kunden lokaler Versorger mit vergleichbaren regulierten Angeboten. Haushalte mit einem Marktvertrag sind nicht automatisch von dieser Tarifentscheidung erfasst. Ihre Preise richten sich nach den Vertragsbedingungen des jeweiligen Lieferanten; einzelne Angebote können jedoch Preisbestandteile enthalten, die sich ebenfalls verändern.

Die CRE hatte im Mai bereits die Entwicklung der Netzentgelte zum 1. August beschlossen. Bei der nun angekündigten Erhöhung der regulierten Verkaufstarife berücksichtigt sie zusätzlich die Ergebnisse einer öffentlichen Konsultation sowie energie- und wirtschaftspolitische Leitlinien der zuständigen Ministerien. Die Behörde betont, dass die Tarife verschiedene Kostenbestandteile des Stromsystems abbilden.

Für Haushalte empfiehlt sich vor dem Stichtag am 1. August ein Blick auf die eigene Jahresabrechnung und den aktuellen Vertrag. Ein Vergleich sollte nicht allein den Arbeitspreis je Kilowattstunde berücksichtigen, sondern auch Grundpreis, Vertragslaufzeit und Preisgarantien einbeziehen. Die nun bestätigte Erhöhung kommt in einer Phase, in der Energiekosten für viele Haushalte ein zentraler Posten des verfügbaren Einkommens bleiben.

Quellen

  • Französische Energieregulierungsbehörde CRE
  • CRE: Beobachtungsstelle für Strom- und Gasmärkte
  • Légifrance
  • AFP-Bericht über die Regierungsentscheidung

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