SAMSTAG, 11. JULI 2026 Anmelden / Beitreten Mitgliedskonto
Zurück

Aktuell · 11.07.2026 07:41

Studie: Baumsterblichkeit in Frankreich seit 2015 stark gestiegen

Eine koordinierte Auswertung von IFN-Daten meldet bei mehreren häufigen Baumarten Anstiege der Sterblichkeit um das 1,5‑ bis Vierfache. Wiederholte Hitze und Trockenheit schwächen Bestände und mindern die Kohlenstoffspeicherung.

Paris – 11.07.2026: Eine am 9. Juli veröffentlichte, von mehreren Forschungseinrichtungen koordinierte Studie verzeichnet in Frankreich seit 2015 eine deutlich erhöhte Baumsterblichkeit. Die Autorinnen und Autoren werteten Bestandsdaten des Inventaire forestier national (IFN) sowie Feldbeobachtungen aus und kommen zu dem Schluss, dass wiederkehrende Klimaextreme der zentrale Treiber sind. Für neun häufige Arten wird eine Zunahme der Sterblichkeit zwischen dem 1,5‑fachen und bis zu vierfachen innerhalb weniger Jahre berichtet.

Koordiniert wurde die Untersuchung vom Labor für Klima- und Umweltwissenschaften (LSCE) gemeinsam mit dem Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA), dem CNRS und der Université de Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines. Beteiligt waren zudem internationale Partner wie die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL sowie AgroParisTech‑INRAE. Insgesamt wurden Angaben zu mehr als einer halben Million Einzelbäumen analysiert. Als besonders belastet gelten je nach Region unter anderem Buche, Stiel‑Eiche und Fichte.

Als Hauptursachen nennen die Forschenden die Kombination aus sehr heißen Sommern, veränderten Niederschlagsmustern und lang anhaltender Trockenheit. Diese Faktoren reduzieren die Wasserversorgung, schwächen die Vitalität und erhöhen die Anfälligkeit der Bäume für Schädlinge und Pilzbefall. Fachleute von INRAE verweisen darauf, dass nicht einzelne Extremereignisse ausschlaggebend sind, sondern die wiederholte Belastung über mehrere Jahre, die Erholungsphasen verkürzt und in manchen Beständen bereits zu vorzeitigem Blattfall und verkürzten Vegetationsperioden geführt hat.

Die Studie betont weitreichende Folgen für Waldbewirtschaftung, Biodiversität und Klimaschutz. Geschwächte Wälder binden weniger Kohlenstoff, verlieren an Strukturvielfalt und sind anfälliger für Brände. Empfohlen werden daher standortgerechte Aufforstungen, die Förderung klimaresilienter Mischbestände, eine engmaschigere Überwachung der Bestände durch das IFN sowie Bewirtschaftungspläne, die Trockenstress und Schädlingsdruck systematisch berücksichtigen. Wo Arten an ökologische Grenzen stoßen, könnten schrittweise Umbauten der Bestände nötig werden.

Behörden und Ministerien wurden nach Angaben der Institute über die Ergebnisse informiert. Parallel verweisen aktuelle Gesundheitsberichte auf Belastungen der Bevölkerung durch Hitzewellen, was die Verknüpfung zwischen Klimaextremen und Ökosystemen zusätzlich unterstreicht. Für die kommenden Jahre sehen die Forschenden einen erhöhten Bedarf an regelmäßigen Nachbeobachtungen, um regionale Unterschiede frühzeitig zu erkennen, Risiken für Holzproduktion und Schutzfunktionen abzuschätzen und die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen zu prüfen. Die Veröffentlichung ordnet die französischen Ergebnisse in europäische Beobachtungen ein, die ähnliche Trends bei empfindlichen Arten und in tieferen Lagen dokumentieren.

Quellen

  • LSCE / CEA Pressemitteilung
  • INRAE (Bericht, Stellungnahmen)
  • Santé publique France (Bulletins)
  • Franceinfo

Nachrichten per E-Mail erhalten

Mit dem kostenlosen Mitgliedskonto von France Premium legen Sie fest, welche Hinweise Sie per E-Mail bekommen möchten: sofort bei wichtigen Meldungen oder als ruhige Tageszusammenfassung.

  • News und Tageszeitung nach Ihren Interessen
  • Wetter- und Verkehrshinweise für gewählte Regionen
  • Fußball-Liveereignisse zu ausgewählten Teams
  • Rezepte, Kultur, Veranstaltungen und Premium-Hinweise
Newsletter bestellen

Die Anmeldung ist kostenlos. Sie können Ihre Auswahl jederzeit im Mitgliedskonto ändern oder abbestellen.