Aktuell · 24.06.2026 10:08
Studie “Kannari 2”: Über 80 % der Einwohner von Martinique und Guadeloupe weisen weiterhin Chlordecon-Rückstände im Blut auf
Laut der Studie "Kannari 2" haben fast 90 % der Einwohner der Antillen noch Chlordecon-Rückstände im Blut. Die Ergebnisse zeigen eine Verringerung der Belastung seit 2013, bestätigen jedoch die anhaltenden regionalen Unterschiede sowie Unterschiede…
Paris – 24.06.2026: Die am 23. Juni 2026 im Rahmen des wissenschaftlichen Kolloquiums "Verstehen & Handeln" präsentierten Ergebnisse der "Kannari 2"-Studie zeigen, dass über 80 % der Einwohner von Martinique und Guadeloupe weiterhin Chlordecon-Rückstände im Blut aufweisen. Diese Ergebnisse bestätigen die anhaltende Belastung der Bevölkerung mit diesem Pestizid, das zwischen 1973 und 1993 in den Antillen eingesetzt wurde.
Die "Kannari 2"-Studie wurde von Santé publique France im Rahmen des nationalen Chlordecon-Plans IV (2021–2027) durchgeführt. Ziel war es, die Entwicklung der Chlordecon-Belastung in der Bevölkerung zehn Jahre nach der ersten "Kannari"-Studie von 2013 zu untersuchen. Damals wurde festgestellt, dass über 90 % der Einwohner der französischen Antillen Chlordecon im Blut hatten.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen eine Verringerung der durchschnittlichen Chlordecon-Konzentrationen im Blut seit 2013. Dennoch bleiben die Werte weiterhin besorgniserregend hoch, insbesondere in bestimmten Regionen und Bevölkerungsgruppen. Die Studie identifiziert signifikante Unterschiede in der Belastung je nach geografischer Lage, Beruf und Ernährungsgewohnheiten. Beispielsweise sind landwirtschaftliche Arbeiter und Fischer sowie Bewohner kontaminierter Gebiete stärker betroffen. Zudem weisen Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter höhere Belastungen auf.
Die "Kannari 2"-Studie umfasste über 3.000 Teilnehmer, darunter 700 Kinder ab sechs Jahren, die zufällig ausgewählt wurden. Neben Chlordecon wurden auch andere Umweltgifte wie Pestizide und Schwermetalle untersucht. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, gezielte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und die Öffentlichkeit besser über die Risiken von Umweltgiften aufzuklären.
Trotz der festgestellten Verringerung der Chlordecon-Belastung bleibt die Situation in den Antillen kritisch. Die anhaltende Kontamination der Umwelt und der Lebensmittelkette erfordert weiterhin verstärkte Anstrengungen von Behörden und Gesellschaft, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und zukünftige Generationen vor den schädlichen Auswirkungen dieses Pestizids zu bewahren.
Die "Kannari 2"-Studie wurde von Santé publique France in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern durchgeführt, darunter die regionalen Gesundheitsobservatorien von Martinique und Guadeloupe sowie die Allgemeinen Sozialversicherungskassen (CGSS) der beiden Inseln. Sie wurde finanziell unterstützt vom Ministerium für Gesundheit und Prävention, dem Ministerium des Innern und der Überseegebiete sowie der Nationalen Krankenversicherungskasse (Cnam).
Die Ergebnisse der "Kannari 2"-Studie unterstreichen die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung und Prävention im Umgang mit Umweltgiften in den Überseegebieten Frankreichs. Es ist entscheidend, dass sowohl die Behörden als auch die Bevölkerung gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um die Belastung mit Chlordecon und anderen Schadstoffen weiter zu reduzieren und die Gesundheit der Menschen nachhaltig zu schützen.
Für weitere Informationen zur "Kannari 2"-Studie und zu den Ergebnissen besuchen Sie bitte die offizielle Website von Santé publique France.
Quellen
- Santé publique France
- Kannari 2-Studie
- Chlordecon
- Martinique
- Guadeloupe