Aktuell · 20.07.2026 21:30
Studie zu DEET: Mücken können Abwehrstoff unter Laborbedingungen mit Blutmahlzeiten verknüpfen
Eine Forschungsgruppe aus Tours zeigt, dass Aedes-aegypti-Mücken den Wirkstoff DEET nach gezielter Konditionierung mit einer Blutmahlzeit verbinden können. Fachleute betonen jedoch: Das Ergebnis aus dem Labor bedeutet nicht, dass handelsuebliche Repellents im Alltag Mücken…
Tours – 20.07.2026: Eine aktuelle Debatte über Mückensprays beruht auf einer Studie des Instituts für Insektenbiologie der Universitaet Tours. Das Forschungsteam untersuchte den Wirkstoff DEET, der weltweit in zahlreichen Repellents eingesetzt wird. Im Labor konnten einzelne Gelbfiebermücken der Art Aedes aegypti lernen, den zuvor abschreckenden Geruch mit der Aussicht auf eine Blutmahlzeit zu verbinden.
Die Ergebnisse wurden Ende Mai im Journal of Experimental Biology veröffentlicht. Für das Experiment wurden Mücken wiederholt einem DEET-Geruch ausgesetzt, während zugleich ein Blutreiz angeboten wurde. Nach dieser gezielten Konditionierung reagierten einige Tiere anders als zuvor: Der Geruch wirkte nicht mehr nur abweisend, sondern konnte ihre Annäherung an eine potenzielle Nahrungsquelle begünstigen.
Die Forschenden beschreiben damit einen Lerneffekt, keinen Nachweis dafür, dass DEET-Sprays Menschen im Alltag regelmäßig attraktiver für Mücken machen. Die Versuchsanordnung war stark kontrolliert und setzte auf wiederholte Kopplungen von Duftstoff und Blutmahlzeit. Unter normalen Bedingungen treffen Mücken auf viele wechselnde Gerueche, Luftbewegungen, Körperwärme und Kohlendioxid, die ihre Suche beeinflussen.
Der Hauptautor Claudio Lazzari von der Universitaet Tours hat deshalb vor einer überzogenen Interpretation gewarnt. Nach seiner Einschätzung ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich der im Labor beobachtete Mechanismus in typischen Alltagssituationen in gleicher Weise ausbildet. DEET bleibt nach den vorliegenden Erkenntnissen ein wirksamer Wirkstoff zur Verringerung von Mückenstichen, insbesondere in Gebieten mit durch Mücken übertragenen Krankheiten.
Für Frankreich ist das Thema in diesem Sommer besonders relevant. Die Gesundheitsbehörden haben die verstärkte Überwachung von Dengue, Chikungunya und Zika am 1. Mai 2026 begonnen. Die Tigermücke ist inzwischen in weiten Teilen des Landes etabliert. Gesundheitsschutz bleibt daher eine Kombination aus persönlichem Schutz und der Beseitigung kleiner Wasseransammlungen, in denen sich Larven entwickeln können.
Santé publique France empfiehlt, unbedeckte Haut mit einem geeigneten Repellent zu schützen, helle und bedeckende Kleidung zu tragen sowie Fliegengitter an Fenstern und Türen zu nutzen. Wasser in Untersetzern, Eimern, Regenrinnen oder offen stehenden Behältern sollte regelmäßig entfernt werden. Diese Maßnahmen verringern nicht nur Stiche, sondern auch die Zahl möglicher Brutplätze in Wohnnaehe.
Die neue Studie liefert damit vor allem einen Hinweis auf die Lernfähigkeit von Mücken und auf die Komplexitaet ihrer Geruchswahrnehmung. Sie ist kein Grund, bewährte Repellents pauschal abzusetzen. Entscheidend bleiben die korrekte Anwendung nach Herstellerangaben und ein Schutzkonzept, das Repellents mit Kleidung, Netzen und der Vermeidung von Brutstaetten verbindet.
Quellen
- Journal of Experimental Biology via PubMed
- Universitaet Tours
- Sante publique France
- Franceinfo
(Dieser Text ist wesentlich KI-generiert.)