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Aktuell · 03.07.2026 13:24

Surfrider-Studie: PFAS in den meisten Badegewässern Frankreichs nachgewiesen

Die Umweltorganisation Surfrider ließ an 107 Badestellen Proben nehmen und fand in der Mehrzahl der Fälle PFAS. Expertinnen und Experten fordern verbindliche Messprogramme und klare Schutzwerte für Freizeitgewässer.

Paris – 03.07.2026: Eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung der Surfrider Foundation Europe in Zusammenarbeit mit dem Labor Eurofins weist per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in der Mehrzahl der getesteten Badegewässer in Frankreich nach. Freiwillige entnahmen an 107 Standorten in Flüssen, Seen und an der Küste Wasserproben, die anschließend im Labor analysiert wurden. Laut Surfrider handelt es sich um eine der bislang breitesten zivilgesellschaftlichen Erhebungen zur PFAS-Belastung in Freizeitgewässern.

Die NGO berichtet, an einem großen Teil der Probenstandorte seien PFAS-Verbindungen messbar gewesen. In einzelnen Fällen lagen die Konzentrationen einzelner Stoffe laut Darstellung der Organisation in Bereichen, die aus ihrer Sicht gesundheitlich relevant sein könnten. Da PFAS sehr stabil sind und sich in Umwelt und Organismen anreichern, sieht Surfrider ein Risiko für regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer von Badestellen sowie für Wassersporttreibende. Die Organisation fordert daher, PFAS systematisch in die amtliche Badegewässerüberwachung aufzunehmen, regelmäßige Messprogramme aufzubauen und belastbare Schutzwerte festzulegen.

PFAS werden wegen ihrer Fett-, Wasser- und Schmutzabweisung in zahlreichen Produkten eingesetzt, etwa in Textilien, Outdoor-Ausrüstung, Beschichtungen für Lebensmittelverpackungen, Feuerlöschschäumen und industriellen Prozessen. Ihre Persistenz erschwert die natürliche Verdünnung und den Abbau. Fachleute verweisen zudem auf Unterschiede zwischen einzelnen Substanzen und Kettenlängen, die toxikologisch unterschiedlich zu bewerten sind. Surfrider betont, dass die im Rahmen der Studie erfassten Einzelsubstanzen nur einen Ausschnitt der gesamten Stoffgruppe abbilden und weitergehende Analysen nötig seien.

Die Behörden haben in Frankreich in den vergangenen Jahren die Überwachung von PFAS im Trinkwasser ausgeweitet und nationale Maßnahmenpläne angekündigt. Für Badegewässer existieren bislang jedoch keine flächendeckenden Vorgaben. Aus dem Umfeld der Studie kommt daher der Appell, Zuständigkeiten zwischen Gesundheits- und Umweltressorts zu klären, Referenzlabore zu benennen und ein einheitliches Probenahmeprotokoll festzuschreiben. Kommunen und Betreiber von Badestellen bräuchten zudem klare Hinweise, wie bei auffälligen Messwerten zu informieren ist und welche temporären Einschränkungen in Betracht kommen.

Unabhängig von der Studie verweisen Fachkreise darauf, dass einzelne Regionen in Frankreich bereits Pilotprojekte zur PFAS-Erhebung gestartet haben. Langfristig sehen Expertinnen und Experten zwei Ebenen der Vorsorge: Quellkontrolle in Industrie und Lieferketten sowie Monitoring an Gewässern mit starkem Publikumsverkehr. Bis EU-weit harmonisierte Grenz- oder Leitwerte für Freizeitgewässer vorliegen, empfehlen sie transparente Veröffentlichung lokaler Messergebnisse und regelmäßige Wiederholungsproben in der Badesaison.

Quellen

  • Surfrider Foundation Europe (Pressemitteilung / Studiendaten)
  • Eurofins (Labordaten, Kooperation)
  • Franceinfo (Nachrichtentext, RSS-Meldung)
  • Commissariat général au développement durable (Kontext PFAS-Überwachung)

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