Aktuell · 04.07.2026 19:06
Teheran: Staatliche Trauerfeiern für Ali Khamenei beginnen – große Sicherheitsvorkehrungen
In Teheran haben die nationalen Trauerzeremonien für den getöteten Obersten Führer Ali Khamenei begonnen. Tausende Menschen strömten zum Imam-Khomeini-Mosalla; die Beisetzung ist für den 9. Juli in Mashhad geplant.
Teheran – 04.07.2026: In der iranischen Hauptstadt haben am Samstag die staatlich organisierten Trauerfeiern für den verstorbenen Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei begonnen. Schon in den frühen Morgenstunden bildeten sich vor dem Imam-Khomeini-Grand-Mosalla lange Warteschlangen; staatliche Sender übertrugen Live-Bilder, auf denen dichtes Gedränge und zahlreiche Trauerbannere zu sehen waren. Rund um den Komplex galten weiträumige Straßensperrungen und Zufahrtskontrollen.
Nach offiziellen Angaben starb Khamenei am 28. Februar 2026 bei Luftangriffen zu Beginn der offenen Kampfhandlungen mit den USA und Israel. Die Führung in Teheran hatte für Anfang Juli mehrtägige Abschiedszeremonien in mehreren Städten angekündigt. In Teheran nahmen am Samstag hochrangige Vertreter des Staatsapparats sowie religiöse Würdenträger teil; Sicherheitskräfte lenkten die Besucherströme in festgelegten Korridoren und riefen regelmäßig zu Ruhe und Disziplin auf.
Die Behörden gaben bekannt, dass die Beisetzung für den 9. Juli 2026 in Mashhad vorbereitet werde. Davor sind Stationen in religiösen Zentren wie Qom sowie Ehrengeleite durch ausgewählte Stadtteile der Hauptstadt vorgesehen. Für die Dauer der Zeremonien bleiben in Teheran und auf wichtigen Ausfallstraßen temporäre Verkehrsbeschränkungen, Kontrollpunkte und – je nach Lage – kurzzeitige Luftsperren in Kraft. Krankenhäuser in der Nähe der Route wurden nach offiziellen Mitteilungen in erhöhte Bereitschaft versetzt.
Aus dem Mosalla-Komplex kursierten Aufnahmen, die Trauerzüge mit Flaggen, Porträts des Verstorbenen und Koranzitate zeigen. In Teilen der Menge wurden antiwestliche Parolen gerufen. Ausländische Delegationen reisten laut staatlichen Medien gestaffelt an; Details zu Zusammensetzung und Protokoll wurden nur begrenzt veröffentlicht. Unabhängige Bestätigungen zu Teilnehmerzahlen lagen zunächst nicht vor.
Beobachter in der Region sehen in der Choreografie der Feiern den Versuch, Geschlossenheit zu demonstrieren und Loyalität innerhalb von Staatsapparat und Sicherheitsorganen zu bündeln. Zugleich bleibt die Sicherheitslage angespannt: Die Schifffahrt im Persischen Golf steht weiterhin unter erhöhtem Risiko, und Kontakte über Drittstaaten zu den Vereinigten Staaten werden von Diplomaten als fragil beschrieben. Für die Bevölkerung in der Hauptstadt bedeuten die Tage der Trauer vor allem Einschränkungen im Alltagsverkehr, häufige Umleitungen sowie intensive Kontrollen im Umfeld großer Plätze, Bahnhöfe und religiöser Einrichtungen.
Die Zeremonien sollen nach Behördenangaben bis zur Überführung nach Mashhad fortgesetzt werden. Hinweise zu gesonderten Zeiten für Angehörige und offizielle Delegationen wurden über lokale Medien und Lautsprecherdurchsagen am Mosalla verbreitet. Weitere organisatorische Details können sich kurzfristig ändern; die Stadtverwaltung bat Anwohner, nur ausgewiesene Routen zu nutzen und Amtshinweisen zu folgen.
Quellen
- Associated Press
- The Washington Post
- Al Jazeera
- Euronews
- Franceinfo
- Le Parisien
- TF1 Info