Teilungen und Mauern

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Berliner Mauerbild, heute noch zu sehen in der Berliner 'East Side Gallery'. Foto: Mark Konig, Unsplash

Heute jährt sich der Tag des Berliner Mauerbaus zum 60. Mal.

Der 13. August 1961 wird als „Tag des Mauerbaus“ bezeichnet. Eigentlich wurde an diesem Tag nur die Sektorengrenze abgeriegelt, durch provisorische Absperrungen und Stacheldraht, die in den folgenden Tagen und Wochen aber durch eine Mauer aus Beton ersetzt wurden. Im geteilten Deutschland – 1949 war aus der sowjetischen Besatzungszone die DDR geworden, die neben der von Frankreich, England und den USA besetzten BRD bestand – gab es nun auch die unüberwindbar geteilte Stadt Berlin.

Ungefähr 2,7 Mio. Menschen hatten die DDR und Ostberlin zwischen 1949 und 1961 verlassen. Mit dem Bau der Mauer und der scharfen Bewachung der Grenze sollte die ‚Republikflucht‘ unterbunden werden. Dennoch versuchten Menschen immer wieder, in den Westteil Berlins bzw. den Westen zu gelangen, zum Teil unter Einsatz ihres Lebens – viele kamen beim Fluchtversuch um.

Die innerstädtische Mauer, die Ost- von Westberlin trennte, riss Familien, Freunde, Bekannte jäh auseinander. Damit wurde unendliches Leid verursacht.

28 Jahre, von 1961 bis 1989, stand die Mauer, bis es zum spektakulären und für viele gänzlich unerwarteten “Mauerfall” an jenem 9. November kam. Freudentränen, rührende Szenen und viel Hoffnung auf eine bessere Zukunft beherrschten das Bild. Grund genug, Sektkorken knallen zu lassen!

Auch Frankreich war einmal geteilt.

Als im 2. Weltkrieg 1940 das deutsch-französische Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurde, bestand Frankreich aus zwei großen Hauptzonen. Im Norden und Westen befand sich die von den Deutschen besetzte Zone; die freie Zone im Süden, die ungefähr 40 % der Landesfläche ausmachte, wurde „zone nono“ (für „zone non occupée“) genannt. In dieser Zone liegt Vichy, die „Hauptstadt“, in der sich der Sitz der französischen Regierung befand.

Eine willkürlich verlaufende Demarkationslinie trennte die Zonen. Sie durchquerte 13 Départements und zersplitterte Kommunen, Felder und Wälder. Sie wurde zum Teil vor Ort verändert, je nach Ansprüchen der Besatzungsmacht.

Die Demarkationslinie wurde von den Besatzungsbehörden streng bewacht. Sie durfte nur an offiziellen Übergangspunkten und nur mit einer Genehmigung überschritten werden. Die Antragsteller mussten mit Wartezeiten und allerlei Schikanen rechnen. Das führte natürlich dazu, dass es von Anfang an viele illegale Überschreitungen gab. Besonders Schmuggler und später auch Partisanen setzten ihr Leben aufs Spiel, um diese Grenze zu überwinden.

Da der Ausdruck „zone nono“ stark nach „non, non“ klingt, wurde in Analogie dazu die besetzte Zone „zone jaja“ genannt. Die Lust zu lachen und die Ironie konnte auch die Trennung nicht zum Verschwinden bringen!

Im Februar 1943 wurde die Demarkationslinie aufgehoben. Sie war überflüssig geworden: Seit November 1942 hatten die Deutschen das ganze Territorium besetzt … bis mit dem Kriegsende Frankreich wieder ein geeintes Land mit Paris als Hauptstadt wurde.

Bei diesen und auch vielen anderen traurigen Geschichten von Grenzen, willkürlichen Teilungen, Hindernissen und gar Mauern müssen wir aufpassen, dass wir nicht, manchmal unmerklich, neue Grenzen aufbauen. Jede Mauer grenzt das aus, was man nicht will, aber gleichzeitig sperrt sie eine(n) selbst in ein Gefängnis! Hast du darüber schon einmal nachgedacht?  

Deine Elisa


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