Alle Artikel · 19.08.2025 10:46
Tragödie am Himmel: Zwei Paragleiter sterben in der Isère
Ein lauer Sommerabend, die Sonne versinkt hinter den Gipfeln, der Himmel färbt sich golden – eigentlich perfekte Bedingungen für einen Flug über die Berge. Doch in der Isère nahm ein solcher Moment am Montagabend...
Ein lauer Sommerabend, die Sonne versinkt hinter den Gipfeln, der Himmel färbt sich golden – eigentlich perfekte Bedingungen für einen Flug über die Berge. Doch in der Isère nahm ein solcher Moment am Montagabend ein dramatisches Ende.
In der Nähe der Station Collet d’Allevard, hoch über dem Grésivaudan-Tal, verunglückten zwei Paragleiter tödlich. Es handelt sich um einen Mann und eine Frau im Alter von 54 und 55 Jahren. Beide starben noch am Unfallort.
Der Ablauf des Unglücks
Gegen kurz nach 20 Uhr alarmierten Augenzeugen die Rettungskräfte. Ein Hubschrauber hob sofort ab, um die Unglücksstelle zu erreichen. Doch für die beiden Verunglückten kam jede Hilfe zu spät. Die Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod feststellen.
Die Gendarmerie des Hochgebirges (PGHM) übernahm die Ermittlungen. Noch ist unklar, was genau passiert ist. Wurden die Wetterverhältnisse unterschätzt? Gab es ein technisches Problem? Oder führte ein Pilotenfehler zum Absturz? Die Antworten stehen noch aus.
Paragleiten – Faszination und Risiko zugleich
Das Paragleiten gilt als Königsdisziplin des Gleitschirmsports. Leicht, fast lautlos und mit atemberaubendem Panorama – wer einmal damit angefangen hat, versteht die Faszination sofort. Doch so frei wie die Vögel sind Paragleiter eben nicht. Sie sind abhängig von Thermik, Windrichtung, Ausrüstung und Erfahrung.
Schon kleine Fehler können fatale Folgen haben. Eine plötzliche Windböe, ein Strömungsabriss, ein unachtsamer Moment – in den Bergen bleibt kaum Spielraum für Reaktionen. Sicherheitstrainings, Fluglizenz und moderne Technik mindern zwar die Gefahr, ganz ausschalten lässt sie sich aber nie.
Die Region und ihre Beliebtheit
Das Grésivaudan-Tal ist ein bekanntes Revier für Paragleiter. Zwischen Grenoble und Chambéry gelegen, bietet die Region ideale Startplätze und spektakuläre Ausblicke. Viele, die hier abheben, suchen das Freiheitsgefühl, den Rausch des Schwebens.
Doch die Natur zeigt sich nicht immer gnädig. Die alpine Topografie sorgt für komplexe Wetterlagen. Wer hier fliegt, muss die Zeichen des Himmels lesen können – und selbst erfahrene Sportler unterschätzen manchmal die Dynamik der Berge.
Ermittlungen laufen
Die Gendarmerie untersucht nun, wie es zu dem Unfall kam. Zeugen werden befragt, die Ausrüstung der beiden Opfer wird geprüft. Fest steht bislang nur: Das Paar hatte die Leidenschaft fürs Paragleiten geteilt – und ist gemeinsam in den Bergen gestorben.
Trauer und Fragen
Solche Unglücke reißen nicht nur Angehörige in tiefe Trauer, sie werfen auch die immer gleiche Frage auf: Wie viel Risiko darf ein Mensch für ein Gefühl von Freiheit eingehen?
Die Antwort kennt wohl jeder nur für sich selbst. Sicher ist nur, dass die beiden ihr Leben bei dem verloren, was sie liebten – auch wenn der Preis unendlich hoch war.
Autor: Daniel Ivers